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01.09.2003:
Beim "Antikriegstag" gedenken die Menschen des Ausbruchs des 2. Weltkriegs am 1. September 1939.
Der
provisorische Regierungsrat des Irak
legt eine 25-köpfige Ministerliste vor. Sie berücksichtigt den Proporz der verschiedenen Religionsgruppen und Regionen. Dabei entspricht sie den Verhältnissen im Regierungsrat: 13 Minister sind Schiiten, acht Soniten, 2 Kurden, ein Minister ist Christ.
Der libanesische Fernsehsender LBC strahlt ein Tonband aus, auf dem angeblich die Stimme Saddam Husseins die irakische Bevölkerung zur Fortsetzung ihres Kampfes gegen die Besatzer aufruft. Auch der Fernsehsender "Al Dschasira" strahlt ein Band aus, auf dem die angebliche Stimme Saddams jede Verantwortung für den
Anschlag auf Aiatola Mohammed Bakr al Hakim
abstreitet.
Zu Fuß ziehen zehntausende schiitischer Pilger mit dem Sarg des
bei einem Attentat getöteten Aiatola Mohammed Bakr al Hakim
von Bagdas über Kerbela und
Die Bundesregierung nimmt Stellung zu
Äußerungen der Grünen-Bundesvorsitzenden Angelika Behr
vom Wochenende. Regierungssprecher Bela Ander sieht derzeit keine Grundlage für einen Einsatz von Bundeswehrsoldaten im Irak. Dagegen will das Kabinett eine Entsendung deutscher soldaten in die nordafghanische Stadt Kundus beschließen. Damit seien die Kapazitäten der Bundeswehr dann auch erschöpft.
Vor dem
Kelly-Untersuchungsausschuss
in London sagt Janese Kelly aus. Die Witwe des
Biowaffen-Experten David Kelly
berichtet, ihr Mann habe die Radiomeldung von der Bekanntgabe der Quelle eines kritischen BBC-Berichts über ein aufgebauschtes Regierungsdossier zu Massenvernichtungswaffen im Irak mit der Bemerkung quittiert: "Das bin ich." Danach habe das Telefon nicht mehr stillgestanden. Hunderte von Journalisten hätten angerufen oder sich vor Kellys Haus in Oxfordshire eingefunden. Nur aus den Ministerien habe niemand angerufen und ihrem Mann Unterstützung angeboten.
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02.09.2003:
In Bagdad kommt es am Morgen zu einer Detonation. Nach einem Bericht des Fernsehsenders "Al Dschasira" ist eine Autobombe explodiert und hat mehrere Iraker mit in den Tod gerissen. Der Vorfall ereignete sich demnach an einem Ort, wo Polizei-Rekruten den Abschluss eines Lehrgangs feiern wollten.
Zwei US-Militärpolizisten sind am Montag (1. September) in Bagdad bei einem Anschlag getötet worden. Ein dritter wurde verletzt. Das teilte das US-Oberkommando am Dienstag (2. September) mit.
In Najaf wird der bei einem
Anschlag getötete Aiatola Mohammed Bakr al Hakim
beigesetzt. Damit endet die dreitägige Trauerfeier. Zu Fuß waren
Zehntausende mit dem Sarg von Bagdad über Kerbela nach Najaf
gezogen. Bei der Beisetzung kritisiert ein Bruder Hakims die US-Verwaltung. Sie habe zuwenig für die Sicherheit im Irak getan. Deswegen sei sie für den Anschlag mit verantwortlich.
Allein 400 irakische Polizisten sichern die Immam-Ali-Moschee in Najaf. Hinzu kommen Angehörige von Milizen verschiedener muslimischer Gruppen.
US-Zivilverwalter Paul Bremer sprich sich für eine Rasche Einbindung der Iraker in die Verantwortung für die Sicherheit des Landes aus. Möglichst schnell sollten die Polizeikräfte von derzeit knapp 40.000 auf 70.0000 aufgestockt werden.
Nach Angaben des US-Oberkommandos sind seit
Kriegsbeginn am 20. März
mehr als 6.000 US-Soldaten im Irak verletzt worden oder erkrankt. Etwa 300 seien bei Unföllen verletzt worden, 1.114 wurden Opfer von Angriffen oder Anschlägen. Die übrigen litten überwiegend an seelischen Erkrankungen.
In Bonn findet ein deutsch-irakisches Wirtschaftsforum statt. Zu der Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer Bonn haben sich 120 kleine und mittelständische Unternehmen aus dem gesamten Bundesgebiet angemeldet. Vor allem sie sind nach Einschätzung von Karl Reiners von der IHK Bonn beim Export von Ersatzteilen und kleineren industrieanlagen gefragt. Etliche deutsche Unternehmen hätten traditionelle Beziehungen zum Irak. "Eigentlich fehlt es dort an allem", resümiert Reiners. Derzeit gebe es im Warenverkehr mit dem Irak zwar keine Zölle; doch sei der Handel mit dem Land zwischen Euphrat und Tigris noch sehr risikoreich. Neben Gefahren für Leib und Leben sei derzeit auch niemand bereit, für Geschäfte mit dem Irak zu bürgen.
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03.09.2003:
In Bagdad wird das
neue Übergangskabinett
vereidigt. Die Position des Ministerpräsidenten übernimmt der in monatlischem Turnus wechselnde Vorsitzende des
provisorischen Regierungsrats.
Der polnische Verteidigungsminister besucht die polnische Besatzungszone im Irak. In dem Gebiet südlich von Bagdad sind insgesamt 9.200 Soldaten stationiert.
Vor Veteranen des Vietnam-Kriegs kritisiert der demokratische US-Senator John Carry die Irak-Politik der Bush-Regierung. Sie habe versagt und dem Ansehen der USA in aller Welt geschadet. Zuvor hatte sich Carry um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten beworben.
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04.09.2003:
Bei einem Selbstmordattentat auf dem Universitätsgelände in Bagdad werden nach einem Bericht des Fernsehsenders "Al Dschasira" zahlreiche US-Soldaten verletzt.
US-Verteidigungsminister Donald L. Rumsfeld trifft in Bagdad ein. Dort will er sich persönlich ein Bild von der Lage machen. Aus Sicherheitsgründen ist sein Besuch nicht vorher angekündigt worden.
150.000 amerikanische und 21.000 Soldaten verbündeter Länder haben es bislang nicht geschafft, im Irak für Ruhe und Stabilität zu sorgen. US-Militärs sprechen inzwischen von einem "Guerillakrieg" gegen die Besatzungstruppen. Außerdem befürchten Experten einen Bürgerkrieg zwischen rivalisierenden irakischen Gruppen.
Die NATo und die US-Regierung erhöhen nach einem Bericht der "Leipziger Volkszeitung" den Druck auf die Bunsesregierung, deutsche Truppen im Irak zu stationieren. In vierzehntägigen Abstand rufe NATO-Generalsekretär Robertson deswegen beim Bundeskanzler an.
Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes Geerds hält einen Bundeswehreinsatz im Irak auf Dauer für unvermeidbar. Wenn die UNO eine Resolution beschließe, die den Vereinten Nationen mehr Mitsprache beim Wideraufbau des Irak einräume, könne sich die Bundesregierung einer deutschen Beteiligung nur schwer entziehen.
In Dresden treffen sich Bundeskanzler Gerhard Schröder und der französsiche Präsident Jacques Girac. Sie lehnen den neuen Resolutionsentwurf ab. Da sei zwar etwas "in Bewegung gekommen", meinte Schröder, doch reiche das noch nicht aus. Die politische Verantwortung für den Irak müsse zunächst bei den Vereinten Nationen liegen. So schnell wie möglich sollte die Verantwortung auf irakische Politiker übertragen werden.
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05.09.2003:
US-Verteidigungsminister Donald L. Rumsfeld besucht die irakische stadt Tikrit. Dort möchte er sich persönlich ein bild von der sicherheitslage machen. Nach Gesprächen mit dem US-Zivilverwalter Paul Bremer und dem US-Truppenkommandeur Ricardo Sanchez erklärt Rumsfeld, die US-Regierung werde keine zusätzlichen Truppen in den Irak verlegen. Die Bevölkerung dort müsse mit eigenen Soldaten und Polizeikräften für eine Stabilisierung der Lage sorgen.
In Riba am Gardasee treffen sich die Außenminister der Europäischen Union (EU). Auf der Tagesordnung steht eine neue Sicherheitsstrategie für die EU und die neue UN-Resolution zum Irak. W6auml;hrend die italienische Regierung für eine Annahme des von US-Außenminister Colin Powell vorgelegten Entwurfs plädiert, lehnen sein französischer und sein deutscher Amtskollege diese Resolution ab.
Der russische Außenminister Ivanow schließt sich der deutsch-französischen Kritik an dem resolutionsentwurf an. Er gehe zwar in die richtige Richtung, reiche aber nicht weit genug.
Eine Wohltätigkeitsveranstaltung zugunsten des Welt-Kinderhilfswerks UNICEF findet aus Anlass des 50. Geburtstags der Dressurreiterin Anne-Kathrin Linsenhoff auf deren Familiensitz Gut Kronberg statt. Die Industrielle erwartet rund 15.000 Gäste. Zahlreiche Prominente aus Kultur und Sport sorgen für ein attraktives Programm. Der Erlös soll einer Trinkwasseraufbereitungsanlage in der südirakischen Stadt Basra zugute kommen.
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06.09.2003:
An einem Kontrollpunkt schießen US-Soldaten auf einen Iraker, der mit hoher Geschwindigkeit auf die GIs zurast. In dem Auto saßen auch Kinder und auf eine Frau. Sie alle werden verletzt.
Zum Abschluss des EU-Außenministertreffens in Riba am Gardasee erklärt der italienische Außenminister Fratini als amtierender Ratspräsident, man sei sich darüber einig gewesen, dass der Irak so schnell wie möglich in die Verantwortung der dortigen Bevölkerung übergeben werden müsse. Während sich Fratini für eine Zustimmung zum neuen Resolutionsentwurf der US-Regierung ausgesprochen hatte, lehnten seine Amtskollegen Fischer und Dewillepain dise Resolution ab.
IM ZDF betont Bundeskanzler Gerhard Schröder, an einen Bundeswehreinsatz im Irak sei nicht zu denken. Dort gehe es derzeit um den Wiederaufbau und nicht um militärische Probleme.
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07.09.2003:
Am Flughafen von Bagdad beschießen Unbekannte eine US-Transportmaschine. Die Raketen verfehlen allerdings ihr Ziel. Es ist bereits der dritte derartige Vorfall seit
Verkündung des offiziellen Kriegsendes am 1. Mai.
Die britische Armee verlegt weitere 120 Soldaten nach Basra. Premierminister Toni Blair überlegt eine Aufstockung des britischen Truppenkontingents im Irak um weitere 3.000 Soldaten.
In einem Zeitungsinterview nimmt US-Außenminister Colin Powell Stellung zur
neuen Irak-Resolution. Die Vereinten Nationen sollten dort künftig eine stärkere Rolle spielen. Das Oberkommando über die im Irak stationierten Truppen müsse allerdings bei den USA verbleiben. Powell räumte ein, dass die US-Regierung die Probleme im Irak nach dem
Ende der offiziellen Kampfhandlungen
unterschätzt habe.
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08.09.2003:
Die Verlegung weiterer 1.000 britischer Soldaten in den Irak kündigt Verteidigungsminister Geoffrey Hoon in London an. Das britische Truppenkontingent würde dann 11.600 Soldaten umfassen.
In seiner ersten Rede zur Lage der Nation seit dem
offiziell verkündeten Kriegsende am 1. Mai
fordert US-Präsident George W. Bush weitere Nationen auf, sich im Irak militärisch zu beteiligen. Das Oberkommando müsse jedoch bei der US-Regierung bleiben. Den Krieg rechtfertigte Bush nach wie vor mit angeblichen irakischen Massenvernichtungswaffen und einer angeblichen Verbindung des Saddam-Regimes zum El-Quaida-Netzwerk. Für die Fortsetzung des US-Einsatzes im Irak verlangt er vom Kongress zusätzliche 87 Milliarden US-Dollar.
In einer Stellungnahme zur Rede Bushs erklärte Bundesaußenminister Joschka Fischer, Deutschland könne sich am Wiederaufbau des Irak durchaus beteiligen. Denkbar seien die Ausbildung von Polizisten und Soldaten. Eine Militärpräsenz im Irak schloss er jedoch aus.
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09.09.2003:
In der nordirakischen Stadt Erwil explodiert eine Bombe. Das meldet am Abend der fernsehsender "Al Dschasira".
Der neue irakische Außenminister nimmt an einer Sitzung der Arabischen Liga teil. Bisher hatte die Arabische Liga den Vorläufigen Regierungsrat des Irak nicht anerkannt.
Der britische Politologe Prof. Paul Roberts veröffentlicht eine Untersuchung über das Terror-Netzwerk "Al Quaida". Darin stellt er die These auf, dass "Al Quaid" nach dem Afghanistan-Krieg und der US-Intervention in den Irak stärker dastehe als vorher. Die US-Politik werde in der arabischen Welt als Aggression empfunden. Diese Tatsache treibe vor allem juge Lweute in die Arme radikaler Islamisten. Sowohl in Afghanistan wie auch im Irak sei zudem ein Machtvakuum entstanden, dass unterschiedlichste islamistische Gruppen ausnutzten. Durch den Krieg seien sie auch in den Besitz von Waffen gelangt. Schließlich stellten 150.000 US-Soldaten im Irak 150.000 Ziele für Anschläge dar.
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10.09.2003:
Bei der
Explosion einer Bombe in Erwil
wird ein Iraker getötet. Mehr als 40 Personen werden verletzt, darunter mehrere US-Soldaten. Nach US-Angaben ist der Sprengkörper vor einem Gebäude explodiert, in dem sich häufig US-Soldaten aufhalten. Erwil ist der Verwaltungssitz der von Kurden bewohnten Region im Nordirak.
Bei einem Besuch in Kuwait fordert US-Präsident George W. Bush die französiche und die deutsche Regierung auf, sich stärker beim Wiederaufbau im Irak zu engagieren.
Bei der Haushaltsdebatte im Deutschen Bundestag schließt Bundeskanzler Gerhard Schröder eine Präsenz der Bundeswehr im Irak aus. Vorstellen könne er sich jedoch die Ausbildung irakischer polizisten oder Armeeoffiziere in Deutschland.
In New York arbeiten Frankreich und Deutschland an einer neuen UN-Resolution zum Wiederaufbau des Irak.
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12.09.2003:
An einer Straßensperre in Ramadi erschießen US-Soldaten versehentlich zehn irakische Polizisten. Die Polizisten hatten Gangster in einem BMW verfolgt, die sich einer Kontrolle entziehen wollten. Bei der wilden Verfolgungsjagd , während der beide Parteien mehrmals aufeinander schossen, fuhren sie auf die Straßensperre zu. Da die Autos mit hoher Geschwindigkeit auf die Soldaten zurasten, eröffneten diese das Feuer. Im Zuge der Schießerei wurde auch ein Wachmann des nahegelegenen jordanischen Militärhospitals erschossen.
In Najaf wird ein US-Militärkonvoi angegriffen. Zwei US-Soldaten werden dabei verletzt. Zwei Fahrzeuge werden beschädigt, ein Panzer zerstört.
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14.09.2003:
US-Außenminister Colin Powell trifft zu einem Besuch in Bagdad ein.
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16.09.2003:
Mit einer Schweigeminute für die Opfer des Bombenanschlags auf das UN-Büro in Bagdad beginnt in New York die 58. Vollversammlugn der Vereinten Nationen.
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19.09.2003:
Der frühere irakische Verteidigungsminister Sultan Haschim Ahmed stellt sich am Morgen in Mossul den US-Besatzungstruppen. Vorausgegangen sind wochenlange Verhandlungen. Der Vermittler, ein irakischer Menschenrechtler, erklärt, Generalleutnant Ahmed werde nach einem Verhör durch die US-Verwaltung wieder freigelassen. Ahmed war zwar Verteidigungsminister unter Saddam Hussein, gehörte aber nicht zu dessen Vertrauten. Seine wichtigste Aufgabe waren 1991 die Verhandlungen für einen Waffenstillstand.
Am Nachmittag explodiert in Bagdad wieder eine bombe. Näheres ist bis zum Abend nicht bekannt.
Nach der Rückkehr von seinem Besuch in Bagdad erklärt US-Außenminister Colin Powell, die US-Truppen würden so lange im Irak bleiben, bis es dort eine stabile Regierungs gebe. Derzeit sei die Sicherheitslage dort sehr instabil.
In einem Beitrag für die New York Times schreibt Bundeskanzler Gerhard Schröder, deutschland werde sich am Wiederaufbau des Irak beteiligen. Dies werde aber nicht mit eigenen Truppen geschehen.
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20.09.2003:
Auf ein Mitglied der irakischen Übergangsregierung wird ein Anschlag verübt. Beim Beschuss ihres Autos werden die sonitische Politikerin Haschimi und drei Leibwächter verletzt. Ihr Zustand ist am Abend zwar kritisch, aber nicht lebensbedrohlich. Hinter dem Attentat werden Anhänger des früheren irakischen Präsidenten Saddam Hussein vermutet. Haschimi wollte in der kommenden Woche mit einer irakischen Delegation zu den Vereinten Nationen nach New York reisen.
Die Finanzminister der sieben größten Industrienationen treffen sich in Dubai. Auf der Tagesordnung steht auch die Finanzierung des Wiederaufbaus im Irak.
Auf eine gemeinsame europäische Sicherheitspolitik unabhängig von der NATO einigen sich bei ihrem Treffen in Berlin der französiche Präsident Jacques Girac, der britische Premierminister Toni Blair und Bundeskanzler Gerhard Schröder. Nicht ausräumen konnte das Treffen indes Meinungsverschiedenheiten zur Zukunft des Irak. Schröder erläuterte im Anschluss an das Treffen: "Hier besteht noch Diskussionsbedarf."
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21.09.2003:
Eine Öffnung der irakischen Wirtschaft für ausländische Investoren hat der provisorische Regierungsrat des Irak beschlossen. Unternehmen könnten sich bis zu 100 Prozent in ausländischem Besitz befinden. Ausgenommen davon seien lediglich Banken und Schlüsselindustrien wie die Erdölförderung. Aber auch an irakischen Banken könnten sich ausländische Investoren beteiligen. Dies erklärte der neue irakische Finanzminister. Er hoffe, dadurch mehr fremdes Kapital in das Land zu holen.
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22.09.2003:
Auf dem Parkplatz des Hotel Canal explodiert am Morgen eine Autobombe. Nach Angaben der irakischen Polizei werden dabei mindestens zwei Personen getötet und sieben weitere verletzt. In dem einstigen Hotel am Rande der Bagdader Innenstadt befindet sich das irakische Hauptquartier der Vereinten Nationen. Auf das Gebäude war bereits am Dienstag (19. August) ein verheerender
Sprengstoffanschlag verübt
worden. Berichten zufolge wurde der Sprengsatz gezündet, als das Auto bei der Einfahrt auf den Parkplatz des UN-Sitzes kontrolliert wurde.
In einem Positionspapier zur Generaldebatte der UN-Vollversammlugn über die Lage im Irak kritisiert UN-Generalsekretär Kofi Anan die US-Militärdoktrin, die sich das Recht auf sogenannte &Präventivschläge" gegen eine terroristische oder militärische Bedrohung herausnimmt. Ohne ein Mandat der Vereinten Nationen gefärdeten derartige Aktionen den Weltfrieden, erklärte Anan.
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23.09.2003:
Die US-Army übergibt die Kontrolle über die Region Najaf an eine spanisch-lateinamerikanische Brigade. Nach dem
Attentat auf den Schiitenführer Mohammed Bakr al Hakim
war dieses Gebiet besonders unsicher.
Der Provisorische Regierungsrat des Irak spricht ein Arbeitsverbot für die Fernsehsender "Al Dschasira" udn "Al Arabia" aus. 14 Tage lang werden ihre Korrespondenten von allen Pressekonferenzen amtlicher Stellen ausgeschlossen. Die US-Armee wirft den beiden Sendern vor, sie hätten zu positiv über Attentate gegen die US-Truppen berichtet.
Bundeskanzler Gerhard Schröder und Außenminister Joschka Fischer treffen in New York ein. Dort wollen sie an der Generaldebatte der UN-Vollversammlung teilnehmen. In einem halbstündigen Gespräch mit UN-Generalsekretär Kofi Anan stellt Schröder volle Übereinstimmung in den Positionen zur Rolle der Vereinten Nationen fest. Die UN müsse gestärkt werden, erklärt Schr6ouml;der anschließend.
In seiner Rede vor der UN-Vollversammlung rechtfertigt US-Präsident George W. Bush den Irak-Krieg. Er fordert die Völkergemeinschaft auf, sich im Irak zu engagieren.
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24.09.2003:
Die Vereinten Nationen ziehen weitere Mitarbieter aus dem Irak ab. Als Grund geben sie die labile Sicherheitslage dort an.
Bundeskanzler Gerhard Schröder hält eine Rede vor der UN-Vollversammlung in New York. Dabei spricht er sich für eine Stärkung der Vereinten Nationen und ihrer Rolle beim Wideraufbbau des Irak aus.
Am Rande der Sitzung trifft Schröder mit US-Präsident George W. Bush zu einem halstündigen Gespräch zusammen.
Die Außenminister Russlands, Frankreichs, Deutschlands und der USA setzen sich zusammen, um eine neue UN-Resolution zum Irak vorzubereiten. Sie soll mehrheitsfähig im Weltsicherheitsrat sein.
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25.09.2003:
In der irakischen Stadt Bakuba kommt es am Abend zu einem Anschlag. Auf einem Markt detonieren mehrere Sprengkörper. Acht irakische Zivilisten werden dabei getötet, 18 weitre verletzt.
Im Rahmen einer "Aktuellen Stunde zum Irak" berichtet Bundeskanzler Gerhard Schröder dem Deutschen Bundestag in Berlin von seiner Reise zu den vereinten Nationen in New York. Wieder spricht er sich für eine baldige Übergabe der Verantwortung im Irak an die einheimische Bevölkerung aus. Meinungsverschiedenheiten bestünden bezüglich dieses Themas nach seiner Aussage nur noch in der Frage, wann dies gescheehen könne.
Vor dem Streitkräfteeausschuss des US-Repräsentantenhauses erklärt Vize-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz, die US-Truppen würden bis weit in das Jahr 2004 hinein noch im Irak bleiben.
In London schließt der Kelly-Untersuchungsausschuss unter Vorsitz von Lordrichter Brian Hutton die Beweisaufnahme ab. Bis November will er einen Abschlussbericht vorlegen.
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26.09.2003:
Weitere 200 Millionen Euro bewilligt die Europäische Union (EU) für den Wiederaufbau des Irak. Damit betragen die Hilfsgelder der EU insgesamt 300 Millionen Euro. Gelder einzelner können noch hinzukommen. Diese Mittel werden von einem eigenen Konto verwaltet, auf das die US-Zivilverwaltung des Irak keinen Zugriff hat.
Beim US-Kongress beantrag Präsident George W. Bush zusätzliche 87 Milliarden Dollar für den Irak.
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27.09.2003:
In Faluja erschießen US-Soldaten vier Iraker. Draunter sind zwei Frauen. Nach Angaben von Rettungsdiensten haben die Soldaten an einer Straßensperre das Feuer auf zwei Autos eröffnet.
Der russische Präsident Vladimier Putin trifft auf Camp David mit US-Präsident George W. Bush zusammen. Bush hat Putin aufgefordert, einer neuen Irak-Resolution zuzustimmen. Putin hingegen verlangt eine tragende Rolle der Vereinten Nationen beim Wiederaufbau des Irak.
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28.09.2003:
Der britische Premierminister Toni Blair will seine Politik nicht ändern. Gegenüber der BBC erklärte er im vorfeld des Labour-Parteitages in Bornmouth, er halte seine Irak-Politik nach wie vor für richtig. Ohne den Kriegseinsatz sei Saddam Hussein immer noch an der Macht. In Umfragen haben sich 50 Prozent der Briten für eine Abwahl Blairs ausgesprochen.
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29.09.2003:
US-Behörden ermitteln wegen der Entttarnung einer CIA-Agentin. Dieses Delikt wird in den USA mit zehn Jahren Haft bestraft. Sechs Zeitungsredaktionen waren von zwei Mitarbeitern des Weißen Hauses angerufen worden. Sie hatten Josette Wilson als CIA-Agentin geoutet. Ihr Mann Charles Wilson war ehemaliger US-Botschafter im Irak. Der erklärte Kritiker des Irak-Krieges hatte von der Regierung den Auftrag erhalten, Gerücvhten über einen angeblichen Urankauf Saddam Husseins in Afrika nachzugehen. Wilson hatte diese Gerüchte als unrichtig widerlegt. Dennoch hatte US-Präsident George W. Bush diese erwiesene Falschmeldung zur Rechtfertigung des Irak-Kriegs herangezogen.
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xx.09.2003:
Vor dem Parteitag der britischen Labour-Party in Bornmouth verteidigt Premierminister Toni Blair seine Irak-Politik. Der Irak ohne Saddam Hussein sei besser als mit ihm.
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