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01.05.2003:
Bei einem Anschlag auf ein amerikanisches Militärcamp in der nordirakischen Stadt Falluja werden in der Nacht zum Donnerstag (1. Mai) sieben US-Soldaten verletztt. Das von der US-Army genutzte Gebäude wurde mit Handgranaten beschossen. Offenbar handelt es sich bei dem Anschlag um Vergeltung für Schüsse amerikanischer Soldaten auf irakische Demonstranten am Montag (28. April) und am Mittwoch (30. April).
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02.05.2003:
Auf dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln erklärt US-Präsident George W. Bush in der Nacht von Donnerstag (1. Mai) auf Freitag (2. Mai) den Irak-Krieg für beendet.
Vier schwere Explosionen erschüttern am Morgen die Innenstadt von Bagdad.
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03.05.2003:
ähnlich wie Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg soll auch der Irak in Besatzungszonen aufgeteilt werden. Die USA, Großbritannien und Polen übernehmen die Verantwortung für je eine der drei geplanten Zonen . Dort sollen multinationale Schutztruppe und Militärpolizisten für Ordnung sorgen. Zehn Länder haben nach US-Angaben bereits ihre Bereitschaft bekundet, dazu Truppenkontingente beizusteuern. Die Gesamtverantwortung für die Verwaltung des Irak soll weiterhin bei dem pensionierten US-Generalleutnant Jay Garner liegen. Ein UN-Mandat sei dafür nicht erforderlich.
Zum "Internationalen Tag der Pressefreiheit" versammeln sich 200 Mitglieder des Verbandes der UN-Journalisten in New York. Verbandsvorsitzender Toni Jankins kritisiert die Pressepolitik der US-Regierung während des Irak-Krieges. Eine freie Berichterstattung sei kaum möglich gewesen. Diejenigen, die als "embadded Journalist" mit den Truppen in den Irak eingedrungen waren, seien von den Militärs als Spielball benutzt worden. Aber auch die Journalisten in den USA bemühten sich zuwenig um die Wahrheitsfindung. Kritische Fragen bei Pressekonferenzen des US-Präsidenten oder seiner Minister seien sehr selten.
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04.05.2003:
Das Internationale Komitte vom Roten Kreuz (IKRK) verlangt einen besseren Zugang zu den Kriegsgefangenen im Irak. Es mahnt die US-Regierung, die Haager Konvention zum Schutz von Kriegsgefangenen einzuhalten.
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05.05.2003:
Im Rahmen der NATO-Ukraine-Konferenz trifft Bundesverteidigungsminister Peter Struck in Washington mit seinem US-amerikanischen Amtskollegen Donald L. Rumsfeld zusammen. Es ist der erste Besuch eines deutschen Regierungsmitglied in den USA seit Kriegsende.
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06.05.2003:
US-Präsident George W. Bush ernennt den Terrorismus-Experten Paul Bremer zum Regierungsbeauftragten für den Wiederaufbau des Irak. Er soll dem Militärverwalter Jay Garner vorstehen. Bremer war 23 Jahre lang im diplomatischen dienst der USA tätig. Er gilt als Vertrauter von Außenminister Colin Powell, während Garner als Gefolgsmann des Kriegsministers Donald L. Rumsfeld betrachtet wird.
Polen schlägt vor, in seinem Verwaltungssektor des Irak auch das deutsch-dänisch-polnische Corps einzusetzen. Ihm gehören auch 50 Bundeswehrsoldaten an. Bundesverteidigungsminister Peter Struck äußert sich überrascht: Dieser Vorschlag sei nicht mit der Bundesregierung abgestimmt. Seine Umsetzung bedürfe zudem eines Beschlusses des Deutschen Bundestags.
In der ZDF-Fernsehsendung "Frontal 21" erklärt Mohammed El Baradei, bislang seien keine Beweise für die Existenz von Massenvernichtungswaffen im Irak gefunden worden. Alle diesbezüglichen Dokumente, die die US-Regierung vorgelegt habe, hätten sich als "nicht stichhaltig" erwiesen oder seien gar "plumpe Fälschungen" gewesen. Als Direktor der Internationalen Atomenergiebehörde stand El Baradei gemeinsam mit Hans Blix dem UN-Waffeninspektorenteam vor.
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07.05.2003:
Die US-Regierung bestätigt eine Meldung der New York Times. Demnach hat SaddamHussein zu Beginn des Irak-Kriegs eine Milliarde Dollar von der irakischen Zentralbank abgezogen.
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10.05.2003:
Bundeskanzler Gerhard Schröder kann sich auch eine deutsche Beteiligung beim Wiederaufbau des Irak vorstellen. In einem Interview mit dem Berliner "Tagesspiegel" erklärte Schröder aber, dafür sei ein Mandat der Vereinten Nationen notwendig. Außerdem sprach er sich für eine Rasche Aufhebung der UN-Sanktionen gegen den Irak aus.
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11.05.2003:
Ex-Generalleutnant Jay Garner wird den Irak verlassen. Durch die Berufung des Diplomaten Paul Bremer zum Regierungsbeauftragten für den Wiederaufbau des Irak war Garner als Militärverwalter praktisch entmachtet worden.
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12.05.2003:
Die britische Entwicklungshilfeministerin Claire Short tritt zurück. Schon zu Beginn des Irak-Krieges hatte Short aus Protest gegen die britische Kriegsbeteiligung ihren Rücktritt angekündigt. Damals verzichtete sie jedoch auf diesen Schritt, nachdem Premierminister Toni Blair ihr versprochen hatte, dass die Vereinten Nationen beim Wiederaufbau des Irak eine wichtige Rolle spielen würden. Dieses Versprechen - so Short - habe Blair nun gebrochen.
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13.05.2003:
Bei neun zeitgleich verübten Bombenanschlägen kommen in der saudischen Hauptstadt Riad 29 Menschen ums Leben. Die Attentate ereignen sich nur wenige Stunden vor dem Eintreffen des US-Außenministers Colin Powell in Saudi-Arabien. Powell macht das Terror-Netzwerk Al Quaida für die Anschläge verantwortlich. Die zeitlich aufeinander abgestimmten Terroranschläge auf Firmen und Wohnungen westlicher Ausländer trügen die Handschrift von Al Quaida.
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14.05.2003:
Im Irak finden US-Truppen Massengräber. Dort sind mindestens 3.000 Menschen begraben. Dabei handelt es sich vermutlich um Schiiten, die nach Aufständen gegen das Sadam-Regime getötet worden sind.
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15.05.2003:
Die US-Finanzbehörden finden im Irak 700.000 US-Dollar udn 90.000 Euro in bar. Sie vermuten, das SaddamHusseins Familienangehörige das Geld aus den Safes der irakichen Zentralbank genommen haben. Das soll untersucht werden. Das Geld wollen die USA für den Wiederaufbau des Irak einsetzen.
Am Abend trifft US-Außenminister Colin Powell in Berlin ein. überraschend trifft der hessische Ministerpräsident Roland Koch in Washington zu einem 15-minütigen Gespräch mit dem US-Präsidenten George W. Bush zusammen.
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16.05.2003:
In Berlin spricht US-Außenminister Colin Powell mit Bundeskanzler Gerhard Schröder und mit Bundesaußenminister Joschka Fischer Thema sind vor allem die wegen des Irak-Kriegs gespannten deutsch-amerikanischen Bezihungen. Schröder spricht sich für eine UN-Resolution zur Aufhebung des UN-Embargos gegen den Irak aus. Eine durchgreifende Entspannung der bilateralen Beziehungen findet aber nicht statt.
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17.05.2003:
Beim Bezirksparteitag der SPD Hessen-Süd in Alsfeld spricht sich Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wicorek-Zeul für die Aufhebung der UN-Sanktionen gegen den Irak aus. Eine entsprrechende Resolution des UN-Sicherheitsrats dürfe den Krieg aber nicht nachträglich rechtfertigen. Zudem dürfe allein eine demokratisch legitimierte Regierung des Irak über dessen Ölreserven verfügen. Bis es diese Regierung gebe, müsse die UNO über irakische Ölverkäufe entscheiden. Die Besatzungsmacht USA habe dazu jedenfalls kein Recht.
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18.05.2003:
Der Pressesprecher der Deutschen Welthungerhilfe erklärt im "Frankturter Gespräch" des Hessischen Rundfunks, der Irak werde dauerhaft keine Entwicklungshilfe benötigen, Dafür verfüge das Land über hinreichende Rohstoffreserven, aus deren Nutzung es alle benötigten Waren finanzieren könne. kurzfristig engagiert sich die Deutsche Welthungerhilfe mit einem Trinkwasserprojekt im Irak.
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19.05.2003:
In Bagdad demonstrieren mehrere Tausend Menschen für einen schnellen Abzug der US-Besatzungstruppen. Sie fordern eine Beteiligung des Führers der schiitischen Religionsschule an einer Übergangsregierung.
US-Zivilverwalter Paul Bremer
dementiert Gerüchte, wonach die US-Regierung die Bildung einer Übergangsregierung für den Irak hinauszögern will.
In Brüssel beraten die Außenminister der Europäischen Union über die Krisenherde im Nahen udn Mittleren Osten. Themen sind eine Sicherheitsrats-Resolution zur Aufhebung der UN-Sanktionen gegen den Irak und der Wiederaufbau des Landes. Zeitgleich tagen in Brüssel auch die EU-Verteidigungsminister.
In seiner "Berliner Rede" spricht sich Bundeespräsident Johannes Rau für "Mut zur Zivilität" aus. Es bedürfe nichtmilitärischer Konfliktlösungen. Die großen Herausforderungen der Menscheit wie Naturkatastrophen, Seuchen, Hunger, die Bevölkerungsentwicklung, der Kampf um die natürlichen Lebensgrundlagen und der internationale terrorismus seien durch Krieg nicht zu bewältigen. Zwar akzeptierte Rau "Krieg als letztes Mittel", doch warnte er vor einer Gewöhnung an Kriege als Instrument der Politik. Rau sprach sich für eine gemeinsame europäische Außenpolitik aus. Europa müsse mit einer Stimme sprechen und eine starke Rolle in den Vereinten Nationen übernehmen. Dies habe der Irak-Krieg gezeigt.
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20.05.2003:
Die US-Regierung legt dem UN-Sicherheitsrat einen neuen Resolutionsentwurf vor. Er räumt den Vereinten Nationen mehr Mitwirkungsrechte beim Wiederaufbau des Irak ein. Die UN-Sanktionen gegen das Land sollen aufgehoben werden.
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22.05.2003:
Der Weltsicherheitsrat hebt die Sanktionen gegen den Irak auf. Die Besatzungsmächte dürfen über die Rohstoffreserven des Irak verfügen. Die Vereinten Nationen erhalten ein Mitspracherecht beim Wiederaufbau des Land3es.
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23.05.2003:
Russland besteht auf der Einhaltung der ölförder-Verträge, die russische Firmen mit dem Sadam-Regime abgeschlossen haben. Das erklärt Außenminister Igor Ivanov am Rande des Treffens der G8-Außenminister in Paris.
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24.05.2003:
Aiatola Mohammed Bakr al Hakim, der Vorsitzende des Hohen Rates für die islamische Revolution im Irak, fordert in Kerbela die US-Besatzungsmacht auf, sich aus dem Irak zurückzuziehen. Notwendig sei die ummgehende Bildung einer Allparteienregierung. Während es den Besatzungstruppen bislang noch nicht gelungen sei, im Irak für Recht und Ordnung zu sorgen, erwartet Hakim, dass die islamische Sharia respektiert würde.
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27.05.2003:
An mehreren Orten im Irak werden US-Truppen beschossen. US-Soldaten erschießen eine Irakerin. Nach ihren Angaben hatte sie Handgranaten bei sich. In Faluja wird ein US-Hubschrauber mit Granaten beschossen. Nach Angaben des US-Oberkommandos in Katar wurde das Feuer aus einer Moschee heraus eröffnet.
Die US-Regierung setzt eine Belohnung auf mobile Waffenlaboratorien aus. Zudem verspricht sie Informanten Schutz und Anonymität.
Der Direktor des Fernsehsenders Al Dschasira wird entlassen. Ihm wird nachrichtendienstliche Tätigkeit für den Geheimdienst des Sadam-Regimes vorgeworfen.
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28.05.2003:
Die US-regierung hebt die Handelsbeschränkungen der USA mit dem Irak auf. Ausgenommen davon bleiben nach Angaben des US-Handelsministers Snow Waffenlieferungen und der Handel mit Kunstgegenständen.
US-Regierungssprecher Ari Fleischer warnt die iranische Regierung, sie müsse mehr gegen den internationalen Terrorismus unternehmen. Ihr Kampf gegen Strukturen des Al-Quaida-Netzwerks sei nicht ausreichend. Kriegsminister Donald L. Rumsfeld warnte den Iran zudem, sich im Irak einzumischen. Beunruhigt ist die US-Regierung auch über Berichte von Exil-Iranern, wonach im Iran zwei Uran-Anreicherungsanlagen aufgebaut würden. Sei könnten der Schlüssel zur Produktion von Atombomben werden.
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29.05.2003:
Der britische Premierminister Toni Blair besucht den Irak. Er möchte den Soldaten dort für ihren Einsatz im Krieg danken.
Der frühere britische Außenminister Robin Cook hat der Blair-Regierung vorgeworfen, die Bevölkerung über die wahren Gründe des Irak-Kriegs getäuscht zu haben. Es sei immer klar gewesen, dass SaddamHussein nicht in der Lage war, Großbritannien oder die USA sowie benachbarte Staaten mit Massenvernichtungswaffen anzugreifen. US-Kriegsminister Donald L Rumsfeld hatte zuvor erstmals eingeräumt, dass die alliierten Truppen im Irak vielleicht keine Massenvernichtungswaffen finden würden. Rumsfeld begründete diese Tatsache aber damit, dass das Sadam-Regime diese Waffen vor Kriegsbeginn vernichtet habe.
Beim Ökumenischen Kirchentag in Berlin spricht sich Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wicorek-Zeul für einen "Welttsicherheitsrat für soziale Sicherheit" aus. Soziale Probleme und der Kampf um Rohstoffreserven seien die größten Bedrohungspotentiale der Zukunft. Wer sich gegen den Irak-Krieg ausspreche, der müsse sich nach ihrer Ansicht zugleich für eine verstärkte Nutzung regenerativer Energiequellen einsetzen.
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30.05.2003:
Mehr als 40 Staats- und Regierungschefs treffen sich in Sankt Petersburg. Die einstige russische Hauptstadt feiert ihr 300-jähriges Bestehen. Neben den Regierungschefs der GUS-Staaten und der Europäischen Union erweitert sich der Kreis am Samstag (31. Mai) um die G7-Gruppe. Thema des Gipfeltreffens ist die internationale Zusammenarbeit nach dem
Ende des Irak-Kriegs.
Der Geheimdienstexperte Wilhelm Dietel vermutet den entmachteten irakischen Diktator SaddamHussein in Russland. In der Hörfunksendung "Meridian" des Hessischen Rundfunks (HR) kolportiert er Augenzeugenberichte, wonach Saddamam 9. April mit einer Maschine der russichen Fluggesellschaft Aeroflot aus G Bagdad ausgeflogen worden sei. Dies sei mit Wissen und Duldung der US-Regierung geschehen. Der russische Sondergesandte Primakov habe einen "Deal" vermittelt, wonach das Sadam-Regime bei freiem Geleit für den Diktator auf den Häuserkampf in Bagdad und einen Einsatz von Massenvernichtungswaffen verzichtet habe, sofern es überhaupt über solche Wafffen verfügt habe.
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30.05.2003:
Beim
Eu-Russland-Gipfel in Sankt Petersburg
unterstützen die EU-Regierungschefs die Tschetschenien-Politik von Vladimir Putin. Nach dem innereuropäischen Streit um den Irak-Krieg wollen alle Beteiligten zu gemeinsamen außenpolitischen Positionen zurückkehren. Am Abend trifft US-Präsident George W. Bush in Petersburg ein.
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