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01.03.2003:
Wie jeden Samstagmitag findet an der Augustinertreppe in Marburg die
Mahnwache gegen Krieg und Gewalt
statt.
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08.03.2003:
Der Marburger Metzgermeister Franz Becker protestiert auf dem Marktplatz gegen den drohenden Krieg. Auf fünf selbstgemachten Plakaten kritisiert er die US-Politik: "Bush und Kollegen - Staatsterroristen!"
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10.03.2003:
Großbritannien legt im UN-Sicherheitsrat einen neuen Resolutionsentwurf vor. Er setzt dem irakischen Diktator eine einwöchige Frist, das Land umfassend abzurüsten. Erfüllt er diese Forderung nicht, gibt es Krieg!
Die Mehrheit im Weltsicherheitsrat lehnt einen solchen Automatismus ab. Frankreich, Russland und China drohen mit ihrem Veto.
In Marburg findet die erste
Montagsdemonstration
gegen den Irak-Krieg statt.
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16.03.2003:
Us-Präsident George W. Bush, der britische Premierminister Toni Blair und der spanische Ministerpräsident José-Maria Aznar treffen sich auf den Azoren, um ihr Vorgehen im UN-Sicherheitsrat miteinander abzustimmen. Sie beschließen, auf einen weiteren Beschluss des UN-Gremiums zu verzichten.
Die US-Regierung forder die Vereinten Nationen auf, die Waffeninspekteure aus dem Irak abzuziehen.
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17.03.2003:
Noch einmal tagt der Weltsicherheitsrat und nimmt einen Bericht des Chefinspekteurs Hans Blix entgegen. Demonstrativ bleiben die Außenminister von Großbritannien und der USA dieser Sitzung fern.
UN-Generalsekretär Kofi Anan weist die Waffeninspekteure an, den Irak zu verlassen.
Die FDP-Bundestagsfraktion fordert in einem
Eilantrag an das Bundesverfassungsgericht
in Karlsruhe, das der Deutsche Bundestag "unverzüglich mit Awacs-Einsätzen befasst " werden müsse.
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18.03.2003:
Am späten ABend des 17. März um 22 Uhr Ortszeit - also um 2 Uhr MEZ des 18. März - stellt US-Präsident George W. Bush dem irakischen Präsidenten SaddamHussein in einer Fernsehred ein Ultimatum: Wenn SaddamHussein sein Land nicht innerhalb von 48 Stunden verlässt, gibt es Krieg!
Die gut 200 UN-Waffeninspekteure verlassen den Irak. Ebenso haben auch alle Nichtregierungsorganisationen und Botschaften ihr Personal abgezogen.
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19.03.2003:
Sandstürme toben an der irakisch-kuwaitischen Grenze. US-Truppen dringen in die entmilitarisierte Zone zwischen Kuwait und dem Irak ein.
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20.03.2003:
Eineinhalb Stunden nach Ablauf des
Ultimatums
verkündet das Weiße Haus: "Die erste Phase der Entwaffnung des Irak hat begonnen." In Bagdad wird Luftalarm ausgelöst. Eine halbe Stunde später gibt es erste Berichte über Bombardements. Zweieinviertel Stunden nach Ablauf des
Ultimatums
bereitet US-Präsident George W. Bush die Welt in einer Rede an die Nation auf den beginnenden Krieg vor. Es werde auch Opfer geben.
Friedensgruppen in aller Welt gehen auf die Straße. Auch in Marburg
auf dem Marktplatz demonstrieren mehrere Tausend Menschen
gegen den Krieg.
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21.03.2003:
Die ersten Toten des Krieges sterben bei einem Hubschrauberabsturz. 8 Amerikaner und 4 Briten kommen ums Leben.
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22.03.2003:
Zwei britische Hubschrauber stoßen in der Luft zusammen. 16 Soldaten kommen ums Leben.
Zwei Raketen schlagen im Iran ein.
Erstmals greifen britische und amerikanische Truppen Bagdad auch bei Tageslicht an.
Weltweit finden Demonstrationen gegen den Irak-Krieg statt. Die Rhein-Main-Airbase als Nachschubdrehscheibe der US-Army wird von Friedens-Aktivisten vorübergehend blockiert.
Der Bundessicherheitsrat beschließt in Berlin, die deutschen AWACS-Besatzungen abzuziehen, falls türkische Soldaten in den Irak einmarschieren sollten.
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23.03.2003:
Allierte Truppen stoßen auf die 150 Kilometer südlich von Bagdad gelegene Stadt Nagaf vor. Nördlich von Nagaf führt eine Brücke über den Euphrat.
Die britische Regierung teilt mit, einer ihrer Tornado-Kampfjets sei in "freundliches Feuer" geraten und vermutlich von einer amerikanischen Patriot-Rakete abgeschossen worden. Bei einem Anschlag auf ein Militärlager der US-Army kommt ein Soldat ums Leben. Ein US-Soldat muslimischen Glaubens wird beschuldigt, eine Handgranate in das Zelt seines Vorgesetzten geworfen und dann mit dem Maschinengewehr das Feuer auf ihn eröffnet zu haben. Grund für diese Aktion sei Verärgerung über eine disziplinnarische Maßnahme gewesen.
Die US-Armee räumt ein, dass Raketen auf iranisches Territorium geraten sind. Der Iran droht mit Konsequenzen, sollte sich das wiederholen. Die iranischen Truppen an der irakischen Grenze seien in höchster Alarmbereitschaft.
Erstmals präsentiert das irakische Fernsehen amerikanische Kriegsgefangene. Toni Blair und George Bush warnen den Irak, mit Kriegsgefangenen "menschlich" umzugehen. US-Minister Donald Rumsfeld fordert die amerikanischen Medien auf, den Film nicht zu zeigen. Die &oumml ( austellung von Kriegsgefangenen verstoße gegen die Genfer Konvention.
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24.03.2003:
Appache-Kampfhubschrauber greifen Stellungen der "Republikanischen Garden" in der Nähe von Bagdad an. Es kommt zu heftigen Gefechten. Das US-Oberkommando bestätigt den Verlust eines Hubschraubers. Das irakische Fernsehen zeigt zwei Piloten, die die Armee gefangengenommen hat.
In der Nähe von
Nagaf
besetzen US-Truppen eine Chemiefabrik. Sie war so getarnt, dass sie aus der Luft wie ein Stück Wüste aussah. Was dort hergestellt wurde, darüber sollen nun Mitarbeiter der Fabrik Auskunft geben, die die Truppen mitgenommen haben.
Bei der Oscar-Verleihung kommt es zu einem Eklat: Dokumentarfilmer Michael Moore, der für "Bowling for Columbine" ausgezeichnet wird, kritisiert den Irak -Krieg und den US-Präsidenten: "Shame on You, Mister Bush!"
Die Bundesregierung sieht derzeit keinen Anlass, die
AWACS-Besatzungen aus der Türkei
abzuziehen. Das äußerte Bundesaußenminister Joschka Fischer in Berlin nach einer Sitzung des Bundessicherheitsrats.
Die ( rdert die Alliierten auf, die Kampfhandlungen sofort einzustellen. UN-Generalsekretär Kofi Anan hat vor Trinkwasserknappheit in Basra gewarnt. Nach der Genfer Konvention seien die USA als Eroberer für die Versorgung der Bewohner der Stadt verantwortlich. Basra ist von US-Truppen umzingelt. Sie haben die Trinkwasseraufbereitungsanlagen zerstört.
Im irakischen Fernsehen tritt SaddamHussein auf. Er küNdigt harte Gegenwehr gegen die Invasionstruppen an.
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25.03.2003:
Vor der UN-Menschenrechtskommission in Genf mahnt Bundesaußenminister Joschka Fischer die Kriegsparteien, sich an die Genfer Konvention zu halten. Die irakische Regierung verspricht jedem, der ein feindliches Flugzeug oder einen Kampfhubschrauber abschießt und den Piloten gefangennimtt, 50 Millionen Denar. Wer einen Piloten tötet, soll 25 Millionen Denar erhalten.
Zur Begleichung der Kriegskosten hat Us-Präsident George W. Bush beim Kongress 75 Milliarden Dollar zusätzlich beantragt. Diese Summe soll ausreichen, mit der US-Army ein halbes Jahr im Irak zu bleiben. 63 Milliarden sollen direkt an die Armee gehen. Fünf Milliarden US-Dollar sind für die Verbündeten vorgesehen. Maßnahmen zur Inneren Sicherheit sollen vier zusätzliche Milliarden kosten. Die restlichen dreieinhalb Milliarden Dollar hat Bush für den Wiederaufbau des Irak eingeplant.
Die "Aktion Deutschland hilft" - ein Zusammenschluss deutscher Hilfsorganisationen - warnt in Berlin vor einer "humanitären Katastrophe". Auf größere Flüchtlingsströme seien die Flüchtlingslager in Iraks Nachbarländern nicht vorbereitet. Genauso problematisch wie eine Versorgung der irakischen Bevölkerung in diesen Lagern schätzen die Hilfsorganisationen auch eine Versorgung der irakischen Städte mit Wasser, Lebensmitteln und Medikamenten ein.
Sandstürme behindern den Vormarsch der aliierten Truppen. Sie stehen nun 80 Kilometer südlich von Bagdad. Sie stoßen dort auf erbitterten Widerstand. Die US-Streitkräfte bombardieren das Fernsehgebäude in Bagdad. Zwei der drei TV-Programme sind zeitweilig untebrochen.
Das US-Oberkommando in Doha teilt mit, es gebe bislang keine Anhaltspunkte für die Existenz von Massenvernichtungswaffen im Irak.
Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe weist den
Eilantrag der FDP-Bundestagsfraktion
zurück, die eine Abstimmung des Deutschen Bundestags über den
Einsatz von Bundeswehrsoldaten in AWACS-Flugzeugen
gefordert hatte. Sie sollen den Luftraum über der Türkei schützen.
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26.03.2003:
Zwei Raketen schlagen in einem belebten Markt in einem Vorort Bagdads ein. Zwei Militärkolonnen der Republikanischen Garden des Irak stoßen nach Süden vor. Geheimdienstberichte über schiitische Aufstände in Basra kann der britische Premierminister Toni Blair nicht belegen.
In New York trifft sich der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. In Camp David beraten George W. Bush und Toni Blair über militärische Fragen, die "humanitäre Situation" und den Wiederaufbau des Irak.
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27.03.2003:
Amerikanische Luftlandetruppen sind im Nordirak gelandet. Den bisher 1.000 Mann sollen weitere Soldaten mit Fahrzeugen folgen. Wegen der erbitterten Gegenwehr mobilisiert die US-Army weitere 30.000 Soldaten. US-Verteidigungsminister Donald L. Rumsfeld beteuert dennoch, dass die Militäraktion "genau nach Plan" verlaufe. Amerikanische Militärexperten dagegen gehen davon aus, dass der Krieg noch mehrere Monate dauern kann. Der syrische Staatspräsident Bassar al Assat äußert Skepsis gegenüber einem Sieg der alliierten Truppen: "Die USA werden nie den gesamten Irak kontrollieren!"
US-Präsident George W. Bush und der britische Premierminister Toni Blair besprechen in Camp David die Lage. Sie schlagen vor, das Programm "Öl für Lebensmittel" sofort wieder aufzunehmen. Aus Einnahmen aus Ölverkäufen kann der Irak nach diesem UN-Programm Lebensmittel und Medikamente bezahlen.
Der Ökonom William Nordhaus von der amerikanischen Yale-University schätzt die direkten und indirekten
Kosten des Irak-Kriegs
auf bis zu 1,9 Billionen US-Dollar. Er rechnet in seiner Untersuchung "The
Economic Consequences of the War with Iraq" mit einer weltweiten Rezession wie nach dem ersten Irak-Krieg der USA im Jahr 1991. Der damalige US-Präsident George Bush gab für die Kriegsführung 60 Milliarden Dollar aus. In Afghanistan betrugen die Kriegskosten der USA 13 Milliarden. Für den Wiederaufbau Afghanistans haben die USA bislang nur 10 Millionen Dollar bezahlt. Prof. Dr. Rudolf Hickel von der
Universität Bremen
warnt vor steigender Arbeitslosigkeit auch in Deutschland. Die
Kriegskosten
müssten dann vor allem die sozial Schwachen bezahlen.
Grünen-Fraktionsvorsitzende Christa Sager spricht sich sich für eine EU-Militärstruktur aus. Dafür sei auch eine Erhöhung des Rüstungsetats notwendig.
EU-Erweiterungskommissar Günter Verheugen warnt die türkische Regierung vor einer Intervention in den Nordirak. Eine solche Aktion werde Folgen für die Behandlung des türkischen Beitrittswunsches haben.
Russland testet eine neue Langstreckenrakete. Sie kann mit atomaren Sprengköpfen bestückt werden.
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28.03.2003:
Bombardements zerstören die Telefonzentrale von Bagdad. Die Fernsprechverbindungen in der irakischen Hauptstsdt sind weitgehend unterbrochen.
Der schlimmsten Bombennacht seit Kriegsbeginn folgt am Abend des Freitags (28. März) das Bombardement eines belebten Marktes im Norden Bagdads. Nach Angaben des irakischen Informationsministers sterben dabei 55 Zivilisten, überwiegend Frauen und Kinder.
Die US-Army baut ihre Front in Nordirak weiter aus. Eine Infanteriedivision aus Texas wird ins Kriegsgebiet verlegt. Die US-Bodentruppen sollen um 100.000 Mann verstärkt werden. Amerikanische Militärexperten erwarten in drei bis fünf Tagen eine "entscheidende Schlacht" bei Kerbela.
Richard S. Perl tritt als Chefberater des Pentagon zurück. Als Grund wird seine Beratertätigkeit für eine insolvente Telekommunikationsfirma angegeben. Perl gilt als einer der Väter des Angriffskriegs gegen den Irak.
Hans-Joachim Schmidt von der
Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung
(HSFK) in Frankfurt fürchtet, dass der unerwartet starke Widerstand George Bush und Toni Blair dazu verleiten könnte, den militärischen Druck ohne Rücksicht auf den Schutz der Zivilbevölkerung zu erhöhen.
Für den Fall einer längeren Dauer des Krieges rechnet IWF-Präsident Horst Köler mit einer weltweiten Rezession. Aus Furcht davor sinken die Aktienkurse. Der Ölpreis hingegen ist kräftig gestiegen auf nunmehr 28,80 US-Dollar je Barrel.
Der Weltsicherheitsrat beauftragt UN-Generalsekretär Kofi Anan, das Programm "Öl für Lebensmittel" für vorerst 45 Tage fortzuführen. Zusätzlich sollen 2,2 Milliarden US-Dollar als humanitäre Soforthilfe bereitgestellt werden. Da die Vereinten Nationen kein Personal mehr im Irak haben, stößt die Umsetzung dieses Beschlusses auf größere logistische Probleme.
Bundeskanzler Gerhard Schröder kündigt eine Verdoppelung der deutschen Hilfsgelder für den Irak von 40 auf 80 Millionen Euro an.
Das Marburger Stadtparlament spricht sich
mit den Stimmen aller 59 Stadtverordneten gegen den Irak-Krieg
aus und bewilligt 10.000 Euro für humanitäre Hilfsmaßnahmen. Einig sind sich alle Parteien auch, dass die wegen "Beleidigung eines ausländischen Staats oder seiner Vertreter" beschlagnahmten
Plakate des Marburger Metzgermeisters Franz Becker
durch das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung gedeckt sind. Die
Humanistische Union
(HU) fordert die Staatsanwaltschaft auf, das
Ermittlungsverfahren gegen Becker unverzüglich einzustellen.
US-Minister Donald L. Rumsfeld bezichtigt Syrien, militärisches Material wie Nachtsichttgeräte an den Irak geliefert zu haben. Dies sei "ein feindlicher Akt". Das syrische Regime werde dafür zur REchenschaft gezogen. Die syrische Regierung bestreitet Rumsfelds Vorwürfe.
Eine Gruppe von sieben italienischen Journalisten wird im Irak vermisst.
Japan schießt seine ersten zwei Spionagesatelliten in den Weltraum. sie sollen das nordkoreanische Raketenprogramm überwachen.
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29.03.2003:
Ein amerikanischer Marschflugkörper zerstört die obersten Etagen des Informationsministeriums in Bagdad. Die irakischen Fernsehprogramme fallen aus.
die
vermissten Journalisten
sind wieder aufgetaucht. Irakische Soldaten haben sie in der Nähe von Basra verhaftet. Der italienische JJournalistenverband geht davon aus, dass die sieben Reporter aus dem Irak ausgewiesen werden.
Ein britischer Militärkonvoi wurde von einem US-Kampfjet beschossen. Ein Soldat stirbt. Damit sind bereits fünf
britische Soldaten durch "friendly Fire" umgekommen.
Vier amerikanische Soldaten sterben an einer Straßensperre nördlich von
Nagaf
durch einen Selbstmordanschlag. Der Attentäter war mit einem Taxi langsam an den Kontrollpunkt herangefahren. Als die Soldaten den Wagen umstellt hatten, sprengte sich der Taxifahrer in die Luft. Nach Angaben des irakischen Vizepräsidenten Taha Jassin Ramadan sollen derartige Aktionen künftig fester Bestandteil der Kriegsführung sein.
22 verwundete amerikanische Soldaten landen auf dem Luftwaffenstützpunkt Ramstein. Im nahegelegenen Militärhospital Landstuhl liegen schon 120 amerikanische Soldaten, die im Irak entweder krank geworden sind oder verwundet wurden. 40 von ihnen wurden bei Kampfhandlungen verletzt.
Auf ihrem außerordentlichen Landesparteitag in Rüsselsheim fordert die hessische SPD UN-Sanktionen gegen die USA und Großbritannien. Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wicorek-Zeul begründet diesen Beschluss damit, dass der Angriff auf den Irak durch das Völkerrecht nicht zu rechtfertigen sei.
Weltweit demonstrieren Hunderttausende gegen den Krieg. 1.100 Demonstranten ziehen zur
Rhein-Main-Airbase
in Frankfurt, wo sie die Zugangstore blockieren. 50.000 Menschen demonstrieren in Berlin. Mehr als 30.000 Friedens-Aktive bilden eine 50 Kilometer lange Menschenkette zwischen Münster und Osnabrück. Auch in Frankreich, Griechenland, Italien und der Schweiz finden Großdemonstrationen gegen den Irak-Krieg statt.
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30.03.2003:
In Bagdad werden zwei Reporter des amerikanischen Magazins "Newsweek" vermisst. Nachdem die Journalisten einen Abgabetermin nicht eingehalten hatten, fanden von der Chefredaktion alarmierte Kollegen ihre Hotelzimmer leer vor.
Britische und amerikanische Truppen rücken in die Vororte von Basra vor. Dort sei - so ein briticher Militärsprecher - ein irakischer General gefangengenommen worden.
Am Abend schlägt in Bagdad eine Rakete in ein Wohngebiet ein.
In Kabul schlägt eine Rakete in das Hauptquartier der Afghanistan-Schutztruppe (ISAF) ein. Afghanisches Militär und amerikanische Luftwaffe greifen Stellungen der Taleban an, nachdem zwei US-Soldaten beim Beschuss ihres Militärkonvois getötet wurden.
In Kuwait City rast ein Lastwagen offenbar absichtlich in eine Gruppe amerikanischer Soldaten. Sie standen vor einem Supermarkt Schlange. Der LKW-Fahrer war ein - aus Ägypten stammender - Zivilbeschäftigter der US-Army.
Mit Kartoffeln und Eiern versorgen Irakische Zivilistinnen amerikanische Soldaten, die vom Nachschub abgeschnitten sind.
Bundesverteidigungsminister Peter Struck bestätigt, dass die Bundesregierung in den nächsten Tagen über einen Einsatz der Bundesmarine in der Straße von Gibraltar entscheiden wird. Drei deutsche Raketenschnellboote sollen die Schifffahrt dort im Rahmen des "Kampfes gegen den Terrorismus" vor Angriffen schützen. Dazu gehöre auch Geleitschutz für britische und amerikanische Kriegs- und Handelsschiffe. Der Einsatz stehe in keinem Zusammenhang mit dem Irak-Krieg.
Die GEfangenenhilfsorganisation Amnesty International (AI) berichtet von Menschenrechtsverletzungen im Schatten des Krieges. Friedens-Aktivisten würden verhaftet. In Großbritannien würden Wohnungen von Friedens-Aktivisten durchsucht. Insgesamt prangert Amnesty 14 Länder an, darunter auch die
Bundesrepublik Deutschhland.
Die "Aktion Deutschland hilft" fordert Zugang zur Zivilbevölkerung im Irak. Deren Lage sei dramatisch. es fehle an Wasser Lebensmitteln. Derzeit sei eine Versorgung durch Hilfsorganisationen nicht möglich.
Der Generalsekretär der europäischen Luftverkehrsvereinigung AEA, Ulrich Schulte-Strathaus, beklagt einen Rückgang der Flugkilometer um 12 Prozent seit Kriegsbeginn. In Deutschland betrage der Einbruch sogar 15 Prozent. Das sei die schwierigste wirtschaftliche Situation der branche seit Jahrzehnten.
In der philippinischen Hauptstadt Djakarta demonstrieren mehr als 300.000 Menschen gegen den Irak-Krieg. Erstmals findet auch in Peking eine Anti-Kriegs-Demonstration statt.
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31.03.2003:
Erstmals greifen Kampfjets Bagdad bei Tageslicht im Tiefflug an. In einem Vorort sterben 11 Kinder, 7 Frauen und 2 Männer im Bombenhagel. Wieder wird das Informationsminissterium getroffen. Arabische Fernsehsender zeigen einen Großbrand in der Innenstadt Bagdas. Die irakischen Fernsehprogramme fallen aus.
Die schweizerische Außenministerin Micheline Calmy-Rey kündigt an, Namenslisten der zivilen Opfer des Irak-Kriegs im Internett zu veröffentlichen. Die Schweiz ist Depositarstaat der Genfer Konvention. Sie hat sich die Aufgabe gestellt, deren Einhaltung zu kontrollieren.
Mehr und mehr gerät die CDU-Vorsitzende Angela Merkel wegen ihres amerikafreundlichen Kurses unter Kritik aus der eigenen Partei. Nach Meinungsumfragen sprechen sich 57 Prozent der CDU-Wähler gegen den Irak-Krieg aus. Diese Position äußeern auch Karl Lamers, Friedrich März, Heiner Geißler und Rita Süßmuth von der CDU sowie Peter Gauweiler (CSU).
Die Europäische Union übernimmt das Kommando der 300-köpfigen internationalen Mazedonien-Schutztruppe "Concordia". Es ist das erste derartige Mandat der EU.
April
2003
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