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01.07.2003:
Auch zwei Monate nach dem
offiziell verkündeten Kriegsende
ist im Irak noch kein Frieden eingekehrt.
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03.07.2003:
Zum "gefährdeten Kulturerbe der Menschheit" hat die UNESCO die antike Stadt Assur erklärt. Die einstige assyrische Hauptstadt am Ufer des Tigris gehört zu 24 Kulturstätten und Naturlandschaften, die die UNESCO in ihre Schutzliste neu aufgenommen hat.
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04.07.2003:
US-Truppen verhaften elf türkische Soldaten. Sie sollen einen Mordanschlag auf den kurdischen Gouverneur von Kirkuk geplant haben.
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05.07.2003:
Bei einem Anschlag werden in Ramadi sieben irakische Polizeirekruten getötet und mehr als 40 verletzt. Unbekannte haben vor einer Ausbildungsstätte der Polizei in der rund 10 Kilometer westlich von Bagdad gelegenen Stadt mit einem Fernzünder eine Bombe gezündet. Ramadi gilt als Hochburg des gestürzten irakischen Präsidenten Saddam Hussein. Die Rekruten waren zuvor vor der Zusammenarbeit mit der Besatzungsmacht gewarnt worden. Die Polizeischüler hatten einen fünftägigen, von US-Ausbildern geleiteten Kurs absolviert.
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06.07.2003:
In der irakischen Hauptstadt Bagdad ist ein britischer Journalist getötet worden. Die US-Armee bestätigte entsprechende Augenzeugenberichte. Demnach wurde der Mann vor dem Nationalmuseum erschossen.
Auf dem Campus der Universität im Süden Bagdads wird ein US-Besatzungssoldat angeschossen. Das US-Militär riegelt daraufhin den Campus ab. Der Soldat erliegt später seinen Verletzungen.
Seit dem von US-Präsident George W. Bush am 1. Mai verkündeten offiziellen Ende der Kriegshandlungen im Irak sind britische und amerikanische Soldaten wiederholt Ziel von Anschlägen geworden. Insgesamt wurden 26 US-Soldaten und sechs britische Soldaten bei Anschlägen getötet.
Die Bundesregierung erklärt einen Bericht der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, wonach ein Gipfeltreffen zwischen George W. Bush und Gerhard schröder vorbereitet werde, zur "Spekulation". Das Auswärtige Amt bestätigt jedoch Reisepläne von Joschka Fischer.
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07.07.2003:
Die US-Besatzungstruppen haben elf türkische Soldaten freigelassen, die sie am Freitag festgenommen hatten.
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09.07.2003:
US-Truppen verhaften im Irak einen ehemaligen Geheimdienstoffizier. Er soll Kontakt zu den Attentätern des 11. September 2001 gehabt haben. In Prag habe er sich mit Mohammed Atta getroffen, der als Anführer der Attentäter gilt.
Vor einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses erklärt Minister Donald L. Rumsfeld, die US-Regierung habe vor Kriegsbeginn keine neuen Hinweise auf Massenvernichtungswaffen im Irak gehabt. Mit dem Krieg habe man Anschläge wie am 11. September 2001 verhindern wollen.
Auf den Vorwurf, er habe die Öffentlichkeit belogen, antwortet George W. Bush, er sei sich sicher, die richtigen Entscheidungen getroffen zu haben.
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10.07.2003:
Die US-Armee kündigt an, das Kriegsgefangenenlager "Camp Cropper" in der Nähe des Bagdader Flughafens innerhalb von zehn Tagen aufzulösen. Die dort inhaftierten ehemaligen Spitzenfunktionäre sollen in das renovierte Abu-Ghraib-Gefängnis verlegt werden. Menschenrechtsorganisationen hatten die Haftbedingungen in dem Zeltlager kritisiert. Insgesamt hält die US-Armee im Irak 3.000 bis 4.000 Menschen gefangen.
Nach Angaben des Pentagon sind seit Beginn des Irak-Kriegs am 20. März insgesamt 212 US-Soldaten gefallen.
Hochrangige US-Beamte erklären, die in Bushs Rede zur Lage der Nation im Januar zitierten britischen Informationen über versuchte Uran-Käufe Iraks seien schon vor seiner Ansprache von den Geheimdiensten in Zweifel gezogen worden.
Die französische und die deutsche Regierung bescheiden ein amerikanisches Ersuchen abschlägig, Truppen in den Irak zu entsenden. Dafür fehle es an dem notwendigen UN-Mandat. Die US-Regierung hatte verschiedene Nationen um eine Entsendung von Truppen zum Schutz des Irak gebeten.
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11.07.2003:
Einstimmig fordert der US-Senat die Regierung auf, bei der NATO Truppen für die Besatzung des Irak anzufordern. Am Donnerstag (10. Juli) war bekannt geworden, dass die Besatzung des Irak die USA jeden Monat knapp 4 Milliarden Dollar kostet. Das ist das Doppelte des Betrages, der bislang angegeben worden war. Nach Einschätzung von Fachleuten wird sich dieser Betrag in nächster Zeit auch nicht wesentlich verrringern, da die Truppenstärke von 150.000 Soldaten kaum reduziert werden könne. Täglich gebe es bis zu 25 Angriffe auf Besatzungssoldaten.
Falls es innerhalb der CIA Bedenken über die Informationen Urankäufen des irakischen Regimes im NIger gegeben habe, seien "diese Zweifel dem Präsidenten nicht mitgeteilt worden", sagte Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice. Die CIA habe Bushs Redemanuskript komplett abgesegnet. Nur die Aussage, der Irak versuche, das Urankonzentrat "Yellow Cake" zu beschaffen, habe der Geheimdienst beanstandet.
Zu einem
Einsatz deutscher Soldaten im Irak
stellt Bundeskanzler Gerhard Schröder in der ARD klar: "Wir könnten so etwas überhaupt nur diskutieren, wenn es Anforderungen der Vereinten Nationen gäbe." Dies sei aber rein theoretisch.
In Berlin stimmt der Bundesrat einer Erweiterung der NATO um sieben osteuropäische Staaten zu.
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12.07.2003:
Irakische Polizisten übernehmen die Kontrolle über die Stadt Faluja. US-Soldaten waren dort wiederholt beschossen worden.
CIA-Direktor George Tenet hat die Verantwortung für Fehlinformationen der US-Regierung im Vorfeld des Irak-Kriegs übernommen. In einer Erklärung Tenets vom Freitag (11. Juli) schreibt er, der Geheimdienst hätte die Passagen über versuchte Uran-Käufe des Irak im afrikanischen Staat Niger wegen Zweifeln an ihrer Richtigkeit aus dem Manuskript von Präsident George W. Bushs Rede zur Lage der Nation im Januar streichen müssen.
Nach einer vom US-Fernsehsender CNN veröffentlichten Meinungsumfrage hat George Bush wegen seines Vorgehens im Irak-Krieg erheblich an Popularität verloren. Innerhalb von drei Wochen ist sein Ansehen in der Bevölkerung um 9 Prozentpunkte auf - immerrhin noch - 59 Prozent gesunken. Ebenso stark sank die Zustimmung zum Irak-Krieg. 52 Prozent der Befragten betrachteten die Todesopfer im Irak als nicht hinnehmbar.
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13.07.2003:
In der Nacht haben US-Truppen im Irak eine Großrazzia begonnen. Sie suchen nach aufständischen Kämpfern. Bei den bisherigen drei Razzien waren Hunderte Verdächtige verhaftet worden. Die meisten wurden jedoch aus Mangel an Beweisen später wieder freigelassen.
Erstmals tritt im Irak der vorläufige Regierungsrat zusammen. Ihm gehören 25 Personen an. Die schiitische Bevölkerungsmehrheit hat 13 VErtreter entsandt, die Soniten fünf. Aufgabe des Gremiums ist die Berufung von Ministern und die Ausarbeitung einer Verfassung innerhalb eines Jahres. Erster Beschluss der von den USA berufenen Ratsmitglieder war die Ausrufung des
9. April
zum irakischen Nationalfeiertag.
Bundesaußenminister Joschka Fischer hat die Versammlung in Bagdad als "positiven Schritt" gewürdigt.
Bei einer Reformkonferenz in der Nähe von London rechtfertig der britische Premierminister Toni Blair den Irak-Krieg. Schließlich sei es gelungen, das Saddam-Regime zu entmachten. Beim Kampf gegen den Terrorismus sei eine Zusammenarbeit mit den USA unerlässlich. Dagegen kritisieren Teilnehmer die US-Politik als rücksichtslos und eigennützig.
Die Fernsehstation "El Arabia" veröffentlicht ein Tonband, auf dem eine bislang unbekannte Gruppierung der US-Regierung mit einem Terroranschlag droht. Die Gruppe, die sich als "Bewaffnete islamische Bewegung des Al-Quaida-Netzwerks - Arm von Faluja" bezeichnet, übernimmt auch die Verantwortung für Attentate auf US-Soldaten im Irak.
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14.07.2003:
Bei einem Angriff im Stadtzentrum von Bagdad wird ein US-Soldat getötet, sieben weitere werden verletzt. Auf sie war eine Panzerfaust abgeschossen worden.
Bei einer Razzia werden rund 200 Iraker verhaftet. Mörsergranaten und andere Waffen werden sichergestellt.
Bundesaußenminister Joschka Fischer reist nach New York. Dort möchte er sich mit Investment Bankern treffen, bevor er zu Regierungsgesprächen nach Washington weiterreist.
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15.07.2003:
In washington trifft Bundesaußenminister Joschka Fischer mit Außenminister Colin Powell und Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice zusammen. Die Entsendung deutscher Truppen in den Irak sei dabei kein Thema gewesen. Den Wiederaufbau des Landes bezeichnete Fischer als "gemeinsame Aufgabe".
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16.07.2003:
Wegen falscher Aussagen im Vorfeld des Irak-Kriegs gerät US-Präsident George W. Bush zunehmend unter Druck. Die
Behauptung, Saddam Hussein wolle im Niger spaltbares Material einkaufen, habe Bush bereits zu einem Zeitpunkt aufgestellt, als dem Geheimdienst CIA dafür noch keinerlei Dokumente vorlagen. Dies erbrachte eine Anhörung des CIA-Direktors George Tenet vor einem Ausschuss des US-Kongresses.
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17.07.2003:
Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF warnt vor ungesicherten Waffen im Irak. Vor allem spielende Kinder seien dadurch gefährdet. Waffenbestände der irakischen Armee lägen nach Plünderungen der Waffendepots ungeschützt herum. Aus einigen träten auch giftige Dämpfe aus.
Bundesaußenminister Joschka Fischer trifft in Washington zum Abschluss seiner USA-Reise den US-Vizepräsidenten Richard Cheney. nach dem Ende des Irak-Kriegs gebe es laut Fischer eine "neue Offenheit" in den transatlantischen Beziehungen. Auch das deutsch-amerikanische Verhältnis stehe auf einer "starken und sehr guten Grundlage", sagte Fischer nach dem Treffen mit Cheney .
Der britische Premierminister Toni Blair trifft bei einem Kurzbesuch in Washington mit dem US-Präsidenten George W. Bush zusammen. US-Präsident George W. Bush und der britische Premierminister Toni Blair erklären vor der Presse, sie hielten ihre Entscheidung für den Irak-Krieg nach wie vor für richtig. Ein diktatorisches Regime sei damit entmachtet worden. Blair erklärt, er habe keine Zweifel an der
geheimdienstinformation, wonach Saddam Hussein im Niger spaltbares Material einkaufen wollte. Er vertraue seinem britischen Geheimdienst. ha
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18.07.2003:
Wieder wird im Irak ein US-Soldat getötet. IN der Nähe der Stadt Faluja war er mit seinem Fahrzeug auf einen Sprengsatz aufgefahren.
Mehr als 1.000 mutmaßliche Anhänger Saaddam Husseins haben die US-Truppen nördlich und westlich von Bagdad verhaftet. Mehr als 6.000 Waffen, darunter 4.300 Granatwerfer, seien sichergestellt worden.
In Washington wird ein Gutachten zur US-Besatzungspolitik im Irak veröffentlicht. Die fünf Gutachter waren vom US-Zivilverwalter Paul Bremer und vom Pentagon beauftragt worden. In elf irakischen Städten und zwei Häfen haben sie sich gründlich umgeschaut. Sie raten dringend zu mehr Flexibilität bei der Verwaltung des Irak. Die Bevölkerung müsse stärker in den Wiederaufbau einbezogen werden. Vorrangiges Ziel müsse die rasche Verbesserung der Sicherheitslage, der Versorgung mit Trinkwasser, Strom, Lebensmitteln und Treibstoffen sowie eine bessere Information der irakischen Bürger sein. Wenn dies innerhalb der nächsten 12 Monate nicht gelinge, dann werde die US-Besatzungsmacht die Bevölkerung nicht für eine Demokratisierung gewinnen können.
Der verschwundene britische Biowaffen-Experte David Kelly ist wahrscheinlich tot. In der Nähe seines Hauses bei Oxford wurde eine Leiche gefunden, deren äußerliche Merkmale mit denen des vermissten Regierungsberaters übereinstimmen. Kelly gehörte zum Team der UN-Waffeninspekteure im Irak. Der 59-jährige Mikrobiologe hatte Regierungsbeamte im Umfeld Blairs beschuldigt, Informationen über Bio-Waffen des Saddam-Regimes aufgebauscht zu haben. Es treffe nicht zu, dass der Irak innerhalb von 45 Minuten in der Lage gewesen sei, derartige Waffen einsatzbereit zu haben. Wegen dieser Vorwürfe stand Kelly unter Druck. Nach seinem vermutlichen Tod steht nun Toni Blair unter politischem Druck. Er kündigte eine unabhäNgige richterliche Untersuchung an.
Nach unbestätigten Meldungen soll die Internationale Atomenergiebehörde im Iran angereichertes Uran gefunden zu haben. Entsprechende Proben würden noch analysiert. Nach internationalen Verträgen ist es dem Iran verboten, waffenfähiges Uran anzureichern.
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19.07.2003:
US-Truppen umstellen das Haus des Schiitenführers Muktada el Sadr in Najaf. der 30-jährige hatte beim Freitagsgebet am 18. Juli zum Widerstand gegen die US-Besatzung aufgerufen. Sadr ist in seinem Haus aber nicht anwesend. So rücken die Panzer wieder ab.
Daraufhin protestieren mehrere 10.000 Menschen in Bagdad gegen die US-Besatzung. Auch in Najaf und Basra finden antiamerikanische Demonstrationen statt. In Bagdad ziehen die Demonstranten zum US-Hauptquartier und skandieren: "Nieder mit den USA!"
Aus einem britischen Militärfahrzeug wird in die Menge geschossen. Drei Iraker werden verletzt. Der Jeep war mit Steinen beworfen worden.
Ein US-Soldat wird im Westen des Irak an seinem Kontrollposten beschossen. Er stirbt an seinen Verletzungen.
Die US-Verwaltung beginnt, eine irakische Armee auszuheben.
UN-Generalsekretär Kofi Anan fordert die US-Regierung auf, die Macht im Irak so schnell wie möglich an die Iraker zu übertragen.
Der britische
Waffenexperte David Kelly
soll nach ersten ERmittlungen angeblich Suizid begangen haben. Er habe sich die Pulsader aufgeschnitten. Neben ihm habe ein blutiges Messer und eine Schachtel Schmerztabletten gelegen.
Kelly war beschuldigt worden, der BRitish Broadcasting Corporation (BBC) Informationen über die Manipulation von Geheimdienstberichten zum Irak geliefert zu haben. In einem Parlamentsausschuss war er am Dienstag (15. Juli) von dem Labour-Abgeordneten Andrew MacKinlay deswegen hart attackiert worden. Sein Haus wurde seitdem von Pressevertretern umlagert. Freunden soll er gesagt haben, in einer solchen Welt wolle er nicht leben. Seine Frau Janice bezweifelte indes die Selbstmordtheorie.
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20.07.2003:
Drei US-Soldaten geraten mit ihrem Fahrzeugkonvoi in einen Hinterhalt. Sie werden mit Granatwerfern und Maschinengewehrsalven beschossen. Zwei der Soldaten erliegen im Krankenhaus ihren Verletzungen.
Im Irak wird ein Konvoi der Vereinten Nationen beschossen.
Mehr als 10.000 Menschen demonstrieren in Najaf gegen die US-Besatzung. Eine schiitische Gruppe droht mit einem "Volksaufstand", sollten die US-Truppen die STadt nicht innerhalb von drei Tagen verlassen.
UN-Generalsekretär Kofi Anan fordert einen konkreten Zeitplan für den Abzug der US-Truppen aus dem Irak. Die
Einsetzung des provisorischen Regierungsrates
bewertet er als erfreulichen Schritt.
David Kelly
war der Hauptinformant des britischen Fernsehsenders BBC für dessen Bericht über die Manipulation von Geheimdienstdossiers zu Bio-Waffen des Saddam-Regimes. Das gab die BBC am Sonntag (20. Juli) bekannt.
Premierminister Toni Blair erklärte, er werde eine unabhängige Untersuchung der vorgänge uneingeschränkt unterstützen und auch selbst aussagen. Eine Sondersitzung des Parlaments oder Rücktritte wegen der Kelly-Affäre lehnte er aber ab.
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21.07.2003:
Ein US-Soldat und sein irakischer Dolmetscher sterben, nachdem sie nördlich von Bagdad mit ihrem Fahrzeug auf einen Sprengsatz gefahren sind. Außerdem werden sie von Kleinfeuerwaffen beschossen. sie
Am Rande des EU-Außenministertreffens in Brüssel hat Bundesaußenminister Joschka Fischer die Einrichtung eines UN-Fonds für den Wiederaufbau des Irak vorgeschlagen. Die EU-Staaten seien bereit, in einen solchen, nicht von der US-Regierung verwalteten, Fonds einzuzahlen. Derzeit unterhält die US-Regierung einen Fonds, der aus den Einnahmen irakischer Ölverkäufe gespeist wird. Sie zeige durchaus die Bereitschaft, der Einrichtung eines zweiten Kontos durch die UNO zuzustimmen.
Der italienische Ministerpräsident und amtierende EU-Ratspräsident Silvio Berlusconi besucht US-Präsident George W. Bush auf dessen Ranch in Texas. Gesprächsthemen sind der Irak-Krieg, die Situation im mittleren Osten und in Liberia sowie der Kampf gegen den Terrorismus. Berlusconi erklärt, die Suche nach Massenvernichtungswaffen im Irak sei nun überflüssig geworden. Der Krieg sei aber zu Recht geführt worden.
George Bush warnt Syrien und den Iran. Sie unterstützten immer noch Terroristen. Das sei völlig inakzeptabel. Der US-Präsident drohte beiden Regierungen ernste Konsequenzen an.
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22.07.2003:
Bei der Erstürmung eines Hauses in der nordirakischen Stadt Mossul werden Udai und Kusai Hussein getötet. Die beiden Söhne des ehemaligen irakischen Diktators Saddam Hussein befanden sich in einem Haus, das gegen die anrückende 101. US-Luftlandedivision erbittert verteidigt wurde.
In New York berät der Weltsicherheitsrat über die aktuelle Lage im Irak und den Wiederaufbau. Zivilverwalter Paul Bremer kündigt ein 60-Tage-Programm an, das die vollständige Wiederherstellung der Strom- und Wasserversorgung im ganzen Land sowie den Aufbau eines Mobilfunknetzes vorsieht. Innerhalb eines halben Jahres könnten auch demokratische Wahlen durchgeführt werden.
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23.07.2003:
Der stellvertretende US-Verteidigungsminister Paul D. Wolfowitz räumt ein, dass die US-Regierung die Gefaahren im Irak nach dem offiziellen Kriegsende am 1. Mai unterschätzt hat. Die Truppenstärke von 150.000 Mann könne auf absehbare Zeit nicht verringert werden. Die Soldaten sollten aber nach einem Jahr ausgewechselt werden.
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24.07.2003:
In der Nähe der nordirakischen Stadt Mossul sind drei US-Soldaten getötet worden. Sie seien am Donnerstagmorgen mit Panzerabwehrraketen angegriffen worden, sagte US-Militärsprecher Todd Pruden in Bagdad. Sie gehörten der 101. Luftlandedivision an, die
am Dienstag (22. Juli) die beiden Saddam-Söhne Udai und Kusai getötet
hat.
US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld ließ Fotos der Leichen zeigen. Doch ob die Bilder wirklich überzeugend sind, ist umstritten. Auf den Fotos sind verstümmelte Körper zu sehen, die kaum zu identifizieren sind.
Nach Angaben von Sanchez haben vier Mitglieder der entmachteten irakischen Führung die Leichen identifiziert. Unabhängig davon sei ihre Identität mit Hilfe zahnmedizinischer Unterlagen und Röntgenaufnahmen geklärt worden.
Viele Iraker, die jahrzehntelang die Propaganda des gestürzten Systems gewöhnt waren, sind nicht überzeugt davon, dass die alte Führung nicht wieder an die Macht kommt. Sie fordern daher stärkere Beweise dafür, dass Udai und Kusai tot sind. "Wir werden letztlich sicherstellen, dass das irakische Volk uns glaubt", sagte der stellvertretende US-Verteidigungsminister Paul D. Wolfowitz auf einer Pressekonferenz. Er äußerte die Hoffnung, dass Beweise für den Tod der Saddam-Söhne zu einer Verbesserung der Sicherheitslage im Irak führen könnten.
Rumsfeld betonte, die beiden Söhne des Ex-Diktators hätten sich den US-Soldaten in Mosul auch ergeben können, wenn sie es gewollt hätten. "Wenn jemand entschlossen ist, bis zum Tode zu kämpfen, dann kann es natürlich sehr gut sein, dass er die Gelegenheit dazu bekommt", sagte Rumsfeld. "Nicht die USA oder die Koalitionstruppen haben das entschieden, sondern es war eine Wahl, die die Leute in diesem Gebäude trafen."
Kämpfer der Fedajin-Miliz der früheren irakischen Führung haben in einem Video Rache für den Tod von Udai und Kusai Hussein geschworen. In dem am Donnerstag (24. Juli) vom arabischen Sender El Arabija ausgestrahlten Video erklärte eine Gruppe bewaffneter Männer, die Zahl der Angriffe auf die US-Streitkräfte in Irak und ihre irakischen "Kollaborateure" werde zunehmen. "Die Besatzungsmächte haben gesagt, die Tötung von Udai und Kusai werde die Attacken verringern . Wir sagen ihnen, sie wird die Angriffe mehren."
Mit dieser Botschaft bestätigten die Bewaffneten, die sich selbst als Fedajin-Kämpfer bezeichneten, den Tod der beiden Söhne des früheren irakischen Machthabers Saddam Hussein.
Ein Vorauskommando von 30 spanischen Soldaten trifft im Irak ein. Insgesamt will Spanien 1.300 Soldaten im Irak stationieren. 300 von später 1.1100 holländischen Soldaten treffen im Südirak ein.
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25.07.2003:
In einem provisorischen Leichenschauhaus in einem gekühlten Zelt am Bagdader Flughafen zeigt die US-Armee die Leichen der
Brüder Udai und Kusai Hussein
15 Journalisten. Die Autopsie hat ergeben, dass jeder der beiden Saddam-Söhne mindestens 20 Einschüsse aufweist.
IN einem Haus in Tikrit verhaften US-Truppen 13 Personen. Darunter befinden sich auch mehrere ehemalige Leibwächter Saddam Husseins.
Allister Campbell, Kommunikationsdirektor des britischen Premierministers Toni Blair, kündigt für den Herbst seinen Rücktritt an. Campbell wurde vorgeworfen, der Presse im Zusammenhang mit einem BBC-Bericht über Fälschungen von Geheimdienstdossiers über Bio-Waffen im Irak den Namen
David Kelly
als Informationsquelle genannt zu haben.
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26.07.2003:
Beim Freitagsgebet in Kufa hat der Schiitenführer Muktada el Sadr vor knapp 100.000 Zuhörern zur Bildung einer religiösen Armee aufgerufen. diese "Imam-Armee" solle die "Heiligen Stätten" von der US-Besatzung befreien.
In der irakischen Stadt Bakuba werden am Samstagvormittag (26. Juli) drei US-Soldaten getötet und vier weitere verletzt. Sie gehörten der 4. US-Infanteriedivision an, die ein Kinderkrankenhaus in der 70 Kilometer nördlich von Bagdad gelegenen Stadt bewacht. Die Soldaten waren mit Mörsergranaten angegriffen worden.
Bei der irakischen Stadt Abu-Guraib wird am Samstagabend ein US-Soldat getötet. Zwei weitere werden verletzt. Ihr Fahrzeugkonvoi wurde mit leichten Waffen und Granaten beschossen.
In der Nähe von Kerbela wird ein Iraker von US-Soldaten erschossen. er habe sich bei einer Kontrolle verdächtig verhalten, heißt es.
Gegen vier Militärpolizisten ermitteln US-Behörrden wegen Misshandlung von Kriegsgefangenen. Sie sollen am
12. Mai
im Gefangenenlager Camp Buka festgehaltene Iraker geschlagen und getreten haben. Die Misshandlungen seien so stark gewesen, dass es zu Knochenbrüchen gekommen sei. Die Beschuldigten erklärten, sie hätten in Notwehr gehandelt. Camp Buka ist das größte Gefangenenlager im Irak.
Thailand und Japan kündigen die Entsendung von Truppen in den Irak an. Sie sollen beim Wiederaufbau des Landes mithelfen.
Wegen einer Protestaktion gegen den Irak-Krieg hat ein Gericht in Denver im US-Bundesstaat Colorado drei Nonnen zu zweieinhalb und dreieinhalb Jahren Gefägnis verurteilt. Die katholischen Ordensfrauen hatten im Oktober 2002 die Absperrung zu einem Atomwaffenlager in Colorado durchbrochen und eine Mauer mit Hämmern beschädigt. Auf dieser Mauer brachten sie Kreuze an, die sie mit ihrem Blut zeichneten. Der Richter bezeichnete diese Protestaktion als "verantwortungslos gefährlich". Erschwerend komme hinzu, dass die Ordensschwestern schon früher bei ähnlichen Aktionen aufgefallen seien.
In einer Erklärung kritisiert der Vatikan die Zurschaustellung der toten Saddam-Söhne Udai und Kusai Hussein als "Bruch internationalen Rechts". Nur eine einzige Bagdader Zeitung druckt die Fotos der Leichen ab.
In einem Interview mit der "Welt am Sonntag" hat sich Bundespräsident Johannes Rau dafür ausgesprochen, dass sich die Bundesrepublik am Wiederaufbau des Irak beteiligt. Unabhängig von der Einstellung zum Irak-Krieg gehe es nun um humanitäre Hilfe und den Aufbau demokratischer Strukturen im Irak. Daran müssten alle ein Interesse haben. Voraussetzung für eine deutsche Beteiligung sei jedoch ein Mandat der UNO oder das Hilfsersuchen einer späteren irakischen Regierung.
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27.07.2003:
In Kerbela schießen US-Soldaten in eine Demonstrantengruppe. Wütende Menschen hatten die Besatzungssoldaten zuvor mit Steinen beworfen. Daraufhin hät;tten die Truppen "in Notwehr" in die Menge gefeuert. Die Proteste richteten sich gegen die
Ermordung eines Irakers am Samstag (26. Juli)
durch US-Soldaten.
Im Bagdader Prominentenviertel El Mansur greift die US-Armee ein Haus an. Dort vermutet sie den ehemaligen irakischen Staatschef Saddam Hussein. Fünf Iraker werden getötet. Drei Autos werden vor dem Haus beschossen. Das Haus gehört einem einflussreichen irakischen Clanchef. Der Hauseigentmer, Prinz Rabiah Muhammad el Habib, war während der Erstürmung aber nicht anwesend.
Hinweise auf diese Villa als Aufenthaltsort Saddam Husseins haben anscheinend ehemalige Sicherheitsbeamte Saddams gegeben, die die US-Armee
am Freitag (25. Juli) in einem Haus in Tikrit verhaftet
hat. 24 Stunden vor dem US-Angriff auf das Haus habe sich Saddam Hussein noch dort aufgehalten.
Im Südirak wird ein US-Soldat getötet. Ein weiterer wird verletzt. Sie waren am frühen Sonntagmorgen (27. Juli) mit Handgranaten angegriffen worden. Sie gehörten einer Spezialeinheit der US-Marines an.
Jeden Tag verzeichnet die US-Armee im Irak durchschnittlich 13 Angriffe. Seit dem von US-Präsident George W. Bush verkündeten
offiziellen Kriegsende am 1. Mai
sind im Irak 49 US-Soldaten bei Angriffen getötet worden. Allein
innerhalb der letzten 24 Stunden
musste die US-Army fünf Tote und vier Verletzte Soldaten verzeichnen.
Der
provisorische Regierungsrat des Irak
hat die US-Zivilverwaltung aufgefordert, die Leichen von Udai und Kusai Hussein ihrer Familie zu übergeben, damit sie bestattet werden können. Scheich Mahmud Nada als Anführer des Abul-Nasr-Clans, zu dem Saddams Familie gehört, hatte die Zivilverwaltung am Freitag (25. Juli) um die Bestattung der beiden Brüder gebeten. Sie hatte dies zunächst auch zugesagt, verwies dann aber darauf, dass über diese Angelegenheit an "anderer, höherer Stelle" entschieden werde.
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28.07.2003:
Ein
weiterer US-Soldat wird im Irak getötet. Drei seiner Kameraden werden verletzt. Ein Iraker hatte von einer Straßenbrücke aus eine Handgranate auf das darunter herfahrende Fahrzeug der Soldaten geworfen. Damit sind seit dem
offiziell verkündeten Kriegsende am 1. Mai
bereits 50 US-Soldaten bei Angriffen im Irak getötet worden.
In Tikrit heben die US-Truppen ein Waffenlager aus. 40 Panzergranaten und mehrere hundert Kilogramm Sprengstoff wurden nur wenige hundert Meter von einem US-Militärlager entfernt aufbewahrt.
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29.07.2003:
In Tikrit haben US-Soldaten am Morgen einen der wichtigsten Leibwächter von Saddam Hussein gefasst. Vor Morgengrauen stürmten sie das Haus des Mannes in der Heimatstadt des ehemaligen irakischen Präsidenten. Zeitgleich wurden bei mehreren weiteren Razzien drei weitere Iraker verhaftet.
"Wir haben unsere wichtigste Zielperson bekommen", sagte Generalleutnant Steve Russell. "Dieser Mann war ein enger Mitarbeiter von Saddam Hussein." Der Name des Festgenommenen wurde nicht bekanntgegeben. Russell bezeichnete ihn lediglich als "einen von Saddams lebenslangen Leibwächtern".
Die US-Soldaten feuerten zwei Schüsse ab, bevor die das Haus in Tikrit stürmten. Minuten später führten sie den Mann heraus, der blutete und nur mit Unterwäsche und einem T-Shirt bekleidet war. Er habe Widerstand geleistet. Soldaten hätten ihn niederringen müssen, sagte Russell.
Im Südirak zünden Unbekannte eine Öl-Pipeline an. Eine Handgranate setzt die Leitung in Brand.
In GBagdad tritt der
25-köpfige Regierungsrat
zusammen. Auf der Tagesordnung stehen wahlen von Ministern und eines bevollmächtigten Sprechers. Bislang war es dem Gremium nicht gelungen, sich auf mehrheitsfähige Personalvorschläge zu einigen.
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30.07.2003:
176 Verdächtige haben US-Truppen bei einer Großrazzia im Irak festgenommen. Sie seien für Straftaten wie Morde, Vergewaltigungen und Plünderungen verantwortlich. In einem Café in der nordirakischen Stadt Mossul sei auch ein umfangreiches Waffenarsenal sichergestellt worden.
US-Präsident George W. Bush hat sich und seine nationale Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice gegen Vorwürfe verteidigt, bei der Darstellung der irakischen Bedrohung auf
fragwürdige Quellen zurückgegriffen
zu haben. Die ihm vorliegenden Informationen über das irakische Waffenprogramm hätten auf "soliden" Erkenntnissen beruht, sagte Bush am Mittwoch (30. Juli) in Washington. Bush hatte im Januar dem Irak versuchte Urankäufe unterstellt, obwohl der Geheimdienst CIA bereits im Oktober auf die Fragwürdigkeit dieser Vorwürfe hingewiesen hatte. Bush erkl&aumml;rte: "Ich bin natürlich persönlich für alles verantwortlich, was ich sage.
Unterdessen gerät auch US-Außenminister Colin Powell in der Debatte um Beweise für Massenvernichtungswaffen im Irak ins Zwielicht. Laut "Financial Times Deutschland" war Powell kurz vor seiner Rede vor dem UN-Sicherheitsrat am 5. Februar vom US-Energieministerium und von der Analyseabteilung seines Ministeriums gewarnt worden, dass starke Zweifel an einem zentralen Punkt seiner Präsentation bestünden. Demnach war der Vorwurf, der Irak versuche, spezielle Aluminiumröhren zum Bau von Uranzentrifugen zu importieren, sehr zweifelhaft. Powell habe sich davon jedoch nicht beirren lassen. Beide Behörden seien bereits lange vor Powells Rede zu dem Schluss gekommen, dass die Röhren wahrscheinlich für den Bau konventioneller Raketenwerfer genutzt werden sollten.
Bei seiner monatlichen Pressekonferenz räumt der britische Premierminister Toni Blair ein, dass sich seine Regierung derzeit in einer Vertrauenskrise befinde. Ursache dafür seien der Irak-Krieg und der
Tod des Waffenexperten David Kelly. Nach wie vor halte er den Irak-Krieg für gerechtfertigt und richtig. Auf mögliche Rüchktritte von Reegierungsmitgliedern angesprochen, verweist Blair auf die unabhängige Untersuchung durch Lordrichter Brian Hutton.
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31.07.2003:
In Bakuba wird in der Nacht ein US-Soldat getötet; zwei weitere werden verletzt. Unbekannte hatten das Feuer auf sie eröffnet.
In der Nähe des Bagdader Flughafens werden am Mitag vier US-Soldaten angegriffen. Einer stirbt, die drei anderen werden verletzt. Unklar ist, ob eine Handgranate auf die GIs abgefeuert wurde oder sie von einer Mine zerfetzt wurden.
Ihre großangelegte Razzia haben die US-Truppen auch am Donnerstag (31. Juli) fortgesetzt. In verschiedenen Dörfern rund um Tikrit waren am Mittwoch (30. Juli) insgesamt 560 Personen verhaftet worden.
Gegen das Verhalten der Besatzungssoldaten bei derartigen Razzien wird immer mehr Unmut laut: Auch Unbeteiligte müssten dabei demütigende Prozeduren über sich ergehen lassen. Die Soldaten gingen äußerst rücksichtslos udn brutal vor.
Die Gefangenenhilfsorganisation Amnesty International hat den US-Truppen im Irak schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. In den Kriegsgefangenenlagern herrschten unhaltbare Zustände.
Bei seiner sitzung am Mittwoch (30. Juli) hat sich der
provisorische Regierungsrat des Irak
auf eine monatliche Rotation des Vorsitzes geeinigt: Jedes der 9 Präsidiumsmitglieder übernimmt für einen Monat den Vorsitz des Regierungsrats.
Bei der Wiedereröffnung des Außenministeriums in Bagdad erklärt US-Zivilverwalter Paul Bremer, er rechne mit freien Wahlen im Irak innerhalb eines halben Jahres. Nach Installierung einer demokratischen Regierung würden er und die US-Truppen das Land verlassen.
Nach einem Bericht der "Washington Post" verfügt die US-Regierung immer noch über keinerlei Beweise für die Existenz von Massenvernichtungswaffen im Irak. Der US-Geheimdienst CIA habe inzwischen 14 irakische Wissenschaftler verhört. Auch sie hätten keine Anhaltspunkte auf eine Existenz von Massenvernichtungswaffen liefern können.
Die britische Zeitung "Guardian" berichtet, die Blair-Regierung sei vom US-Geheimdienst CIA frühzeitig vor Falschinformationen über angebliche Massenvernichtungswaffen des Irak gewarnt worden. Dennoch habe sie diese Informationen verbreitet. Hauptkritikpunkt des CIA sei die Behauptung gewesen, der Irak könne innerhalb von 45 Minuten mit Massenvernichtungswaffen angreifen. Gegen diese Behauptung hatte sich auch der
verstorbene BiowaffenExperte David Kelly
gewandt.
Jordanien hat zwei Töchtern Saddam Husseins Asyl gewährt. Nach Kriegsbeginn waren sie mit ihren neun Kindern untergetaucht. Die jordanische Regierung begründete ihre Aufnahme mit "rein humanitären Gründen".
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