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01.08.2003:
Auch drei Monate nach dem
offiziell verkündeten Kriegsende
kommt es im irak wieder zu mehreren Angriffen auf Besatzungstruppen. Am Morgen geht bei Najaf eine Öl-Pipeline in Flammen auf. Am Mittag wird ein US-soldat getötet; vier weitere werden verletzt. Über Bagdad kreisen Hubschrauber. Die US-Armee fürchtet Proteste nach den Freitagsgebeten.
Die Zivilverwaltung des Irak zwingt die bahreinische Telefonfirma Batelco, ihre Sendeanlagen in Bagdad stillzulegen. Damit verfügt über kein funktionierendes Telefonnetz mehr. Die Zivilverwaltung hat fünf Sendelizenzen für Mobilfunknetze im Irak ausgeschrieben. Bis zum 14. August können sich interessierte Firmen bewerben. Die Bedingungen für einen Zuschlag sind jedoch formuliert, dass außer US-Firmen kaum andere Bewerber eine Chance haben. So darf sich der Betreiber nicht zu mehr als 5 Prozent in Staatseigentum befinden. Damit scheiden praktisch alle arabischen Telekommunikationsanbieter aus.
Der arabische Fernsehsender "Al Dschasira" strahlt ein Band mit einer Ansprache Saddam Husseins aus. Darauf ruft der entmachtete irakische Präsident zum Widerstand gegen die Besatzungstruppen auf. Wer mit ihnen zusammenarbeite, sei ein "Verräter".
Die internationale Journalistenorganisation "Reporter ohne Grenzen" kritisiert willkürliches Vorgehen der US-Besatzung gegenüber der Presse im Irak. Zwei iranische Journalisten seien ohne stichhaltigen Grund verhaftet und seit Tagen festgehalten worden.
Am Mittag beginnt in London die
Untersuchung des Lordrichters Brian Hutton
im
Fall Kelly. Sie soll mindestens zwei Monate dauern. Untersucht werden die Umstände beim Zustandekommen des Dossiers über irakische Massenvernichtungswaffen, das die Regierung nach Vorwürfen des Fernsehsenders BBC gefälscht haben soll. Untersucht werden soll auch, ob der Sender Informationen von
David Kelly
korrekt wiedergegeben hat. Schließlich soll auch der Tod des ehemaligen Regierungsberaters und Biowaffen-Experten aufgeklärt werden. Als Zeugen will Hutton auhc Premierminister Toni Blair, Außenminister Geoffrey Hoon und Regierungsberater Allister Campbell laden.
Der ehemalige UN-Chefinspekteur Hanx Blix erklärt in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ), Deutschland und Frankreich sollten sich beim Wiederaufbau des Irak engagieren. sie sollten dann aber auch ein Mitspracherecht erhalten.
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02.08.2003:
Wieder kommt es zu mehreren Angriffen auf US-Besatzungstruppen im Irak. In der Nacht werden im Norden Bagdads vier US-Soldaten angegriffen. Einer stirbt, die drei anderen werden verletzt.
Die US-Verwaltung hat die
Leichen von Udai und Kusai Hussein
freigegeben. In einem Krankenwagen bringt der "Rote Halbmond" sie nach Tikrit. In der Geburtsstadt ihres Vaters werden sie unter Ausschluss der Öffentlichkeit in einem Familiengrab bestattet. Sie waren in einem Haus in Mossul am Dienstag (22. Juli) bei einem vierstündigen Feuergefecht getötet worden. Ein Iraker hatte den US-Truppen ihren Aufenthaltsort verraten und dafür die ausgesetzte Belohnung von 30 Millionen US-Dollar erhalten.
Die Fahrzeugkolonne, die die Leichen nach Tikrit begleitet hat, wird am Mittag bei ihrer Rückgfahrt auf der Straße von Tikrit nach Bagdad beschossen. Zwei US-Soldaten werden dabei verletzt.
In einer belebten Einkaufsstraße von Bagdad wird ein US-Fahrzeugkonvoi angegriffen. Mehrere US-Soldaten werden verletzt. Ein deutscher Fernsehjournalist entkommt nur knapp einer Handgranate.
FDP-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Gerhardt spricht sich für eine Beteiligung deutscher Zivilisten beim Wiederaufbau des Irak aus. Die aktuelle Entwicklung im Irak zeige, dass die USA dort überfordert seien.
Die CDU-Bundesvorsitzende Angela Merkel hält eine deutsche Beteiligung beim Wiederaufbau des Irak nur dann für richtig, wenn der UN-sicherheitsrat zuvor eine entsprechende Resolution verabschiedet hat.
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03.08.2003:
Drei US-Soldaten werden in Tikrit verletzt. An der Route ihrer Fahrzeugkolonne ist ein Sprengsatz explodiert.
In Tikrit verhaften US-Soldaten 26 Personen, die sie der Anhängerschaft Saddam Husseins verdächtigen. In Mossul wird ein islamistischer KurdenfüHrer verhaftet.
Zwei Leichen, die in einem Massengrab im Irak gefunden worden waren, sind jetzt identifiziert worden. Anhand gentechnischer Vergleiche wurde festgestellt: Es handelt sich um kuwaitische STaatsbürger, die seit dem irakisch-kuwaitischen Krieg im Jahr 1991 verschwunden waren. Insgesamt 600 Kuwaitis sind seither verschollen. Das Saddam-Regime hatte immer wieder betont, alle kuwaitischen Kriegsgefangenen seien entlassen worden.
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04.08.2003:
Greenpeace kritisiert den verantwortungslosen Umgang mit radioaktiven Materialien im Irak. In Atomkraftwerken lägen größere Mengen spaltbaren Materials ungesichert herum.
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05.08.2003:
Die neue irakische Polizei hat eine Entführerbande zerschlagen. Sie setze sicrh aus Personen zusammen, die dem Umfeld des ehemaligen irakischen INnenministers Abid Hamid Mahmud El Tikriti zugerechnet werden. Der Halbbruder des Ex-Präsidenten Saddam Hussein gilt als dessen engster Vertrauter. Die US-Truppen haben ihn
am 16. Juni verhaftet.
Die rätselhaften Lungenerkrankungen von US-Soldaten in Irak sind nach Angaben des US-Oberkommandos weder durch biologische Kampfstoffe noch durch den SARS-Erreger verursacht worden. Seit Mai sind in der Golf-Region mehr als 100 Soldaten an Lungenentzündung erkrankt. Zwei Soldaten sind bislang daran gestorben.
Die US-Zivilverwaltung des Irak hat eine Beteiligung der Vereinten Nationen (UNO) bei demokratischen Wahlen im kommenden Frühjahr in Aussicht gestellt. Das erklärte ein Sprecher des US-Verwalters Paul Bremer in Bagdad.
Die Arabische Liga will den
provisorischen Regierungsrat des Irak
nicht anerkennen. Er stelle keine frei gewählte Vertretung der Bevölkerung dar. Vielmehr stehe er unter der Kontrolle des US-Zivilverwalters Paul Bremer.
In London wächst der politische Druck auf die Blair-Regierung. Tom Kelly, einer der beiden Regierungsssprecher, hatte den
verstorbenen Biowaffen-Experten David Kelly
mit der Romanfigur Walter Mitty verglichen. Autor James Thurber hatte ihn als spintisierenden Tagträumer dargestellt. Die Tageszeitung "Independent" hatte diesen Vergleich am Montag abgedruckt. Vize-Premier John Prescott entschuldigte sich dafür bei Kellys Witwe. Unterdessen werden Forderungen laut, Premierminister Toni Blair solle Tom Kelly entlassen.
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06.08.2003:
Die US-Army hat zwei medizinische Expertenteams in Marsch gesetz. Sie sollen die Ursache der
rätselhaften Lungenentzündungen
herausfinden, an denen seit Mai mehr als 100 US-Soldaten in der Golf-Region erkrankt und zwei Soldaten gestorben sind. Ein Team soll im Irak Wasser, Boden und Luft untersuchen. Das zweite TEam soll die 15 US-Soldaten unterrsuchen, die mit Lungenentzündung im US-Militärhospital im pfä:lzischen Landstuhl behandelt werden.
Am 58. Jahrestag des ersten ATombombenabwurfs kritisiert der Bürgermeister von Hiroshima Pläne der US-Regierung, neue Nuklearwaffen zu entwickeln. Damit gefährde US-Präsident George W. Bush den Atomwaffensperrvertrag. Am 6. August 1945 hatte ein US-Bomber eine Atombombe auf Hiroshima abgeworfen. 230.000 Menschen starben.
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07.08.2003:
Die jordanische Botschaft in Bagdad wird am Vormittag von einer heftigen Explosion erschüttert. 11 Menschen kommen ums Leben, 57 weitere werden verletzt. Ausgelöst wurde die Explosion durch eine Autobombe, die in einem Lieferwagen deponiert war. Er hatte vor der Vertretugn gestanden.
Unmittelbar nach dem Anschlag st&ürmt eine Gruppe aufgebrachter Iraker das GEbäude. Sie reißen Bilder des jordanischen Königs Abdalla von den Wänden und verbrennen sie.
In Tikrit haben US-truppen nach eigenen Angaben "vier führende Anhänger Saddam Husseins" verhaftet. Sie sollen für zahlreiche Angriffe auf US-Soldaten während der letzten Wochen verantwortlich sein. Der Festnahme vorausgegangen waren Hinweise aus der Bevölkerung.
Die US-Truppen in Irak werden nach Angaben ihres Oberbefehlshabers Ricardo Sanchez noch "mindestens zwei Jahre" lang dort bleiben. Erst dann seien drei Divisionen einer im Aufbau befindlichen irakischen Armee bereit, die Sicherheit des Landes zu "verantworten". Die Anwesenheit der US-Armee könne sich je nach dem Zustand der Armee aber auch noch verlängern.
Wegen einer neuen Irak-Resolution des Weltsicherheitsrats kommt es zu einer Annäherung zwischen der US-Regierung und der russichen.
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08.08.2003:
Ein US-Soldat ist in Bagdad auf seinem Wachtposten im Stadtteil El Mansur erschossen worden. Wie das US-Zentralkommando am Freitag (8. August) berichtete, wurde er am Donnerstag (7. August) von einer Kugel getroffen. Kurze Zeit später starb er in einem Militärhospital.
Auf einem Markt in Tikrit haben US-Soldaten fünf Männer und ein Kind erschossen. Dies teilte der Leiter des Krankenhauses in Tikrit mit.
Nach dem
Anschlag auf die jordanische Botschaft in Bagdad
prüft das US-Militär eine mögliche Spur zu der Untergrundgruppe "Ansar el Islam". Sie unterhalte Verbindungen zur Terror-Organisation El Kaida und sei zudem in der Region um Bagdad präsent, sagte Generalleutnant Norton Schwartz in Washington. Konkrete Hinweise auf eine Verbindung zu dem Attentat gebe es aber noch nicht.
Überlegungen der Bundesregierung, Bundeswehreinheiten in Afghanistan außerhalb der Haupstadt Kabul zu stationieren, haben zu einer spürbaren verbesserung des - seit
Beginn des Irak-Kriegs
belasteten - deutsch-amerikanischen Verhältnisses beigetragen. Auf seiner Ranch im texanischen Crawford sagte US-Präsident George W. Bush am Freitag (9. August), er wolle Bundeskanzler Gerhard Schröder persönlich für den deutschen Einsatz in Afghanistan danken. Als Grund, warum er das erwähne, sei, dass es gegenüber dem Zustand vor sechs Monaten eine änderung darstelle.
Möglich ist, dass Schröder am Rande der UN-Vollversammlung Ende September in New York oder anschließend in Washington mit Bush zusammentrifft.
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09.08.2003:
An einer Tankstelle im Zentrum der südirakischen Stadt Basra kommt es zu wütenden Protesten gegen die Benzinverknappung und die hohen Preise auf dem Schwarzmarkt. Hunderte, wenn nicht Tausende, zünden Reifen an und werfen mit Steinen.
zum 58. Jahrestag des US-Atombombenabwurfs auf Nagasaki forderte Bürgermeister Ito eine atomwaffenfreie Welt. Vor allem kritisierte er das nordkoreanische Atomprogramm und US-Rüstungsprojekte.
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10.08.2003:
Wie bereits
am Samstag (9. August) kommt es in Basra
wieder zu Protesten gegen die hohen Schwarzmarktpreise für Benzin, die schleppende Wasserversorgung und die häufigen Stromabschaltungen. Bei Temperaturen von 50 Grad im Schatten führt der Ausfall der Klimaanlagen zu unerträglichen Belastungen.
Für diese Situation machen die Briten Saboteure verantwortlich. Immer wieder werden Öl-Pipelines beschädigt. Außerdem werde Benzin gestohlen und nach Kuwait geschmuggelt.
Deswegen werfen die Demonstranten Steine auf kuwaitische Autos. Um die Protestierenden auf Distanz zu halten, gibt ein Soldat der britischen Besatzungstruppen einen Warnschuss in die Luft ab. Ein Iraker wird verwundet. Schiitische Geistliche rufen die Bevölkerung auf, bei ihren Protesten keine Gewalt anzuwenden.
Bundesverteidigungsminister Peter Struck hält eine Stationierung von NATO-Truppen im Irak für denkbar. Voraussetzung dafür sei allerdings ein UN-Mandat. Eine Beteiligung deutscher Soldaten schließt er für diesen Fall gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung nicht aus.
Die Grünen-Bundesvorsitzende Angelika Behr hat sich dafür ausgesprochen, die Möglichkeiten einer Beteiligung der Bundeswehr beim Wiederaufbau des Irak nach einer entsprechenden UN-Resolution zu prüfen. Es gehe dabei allerdings um logistische Aufgaben wie beispielsweise die Ausbildung von Polizeikräften.
Der Vorsitzende des Außenpolitischen Ausschusses des US-Repräsentantenhauses Luger hat sich vor Journalisten in für eine neue UN-Resolution zum wiederaufbau des Irak. Sie solle die Voraussetzung dafür schaffen, dass sich auch andere Länder daran beteilligen könnten als bisher. Er nannte als Beispiele Indien und Deutschland. Washington
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11.08.2003:
in der zentralirakischen STadt Bakuba wird ein US-Soldat von Angreifern erschossen. Das teilte das US-Oberkommando mit.
Wie erst jetzt bekannt wurde, haben US-Soldaten am Samstag (9. August) versehentlich zwei irakische Polizisten erschossen. Sie hatten sie für Sprengstoffattentäter gehalten.
Bei der &UUml;bergabe des Oberkommandos der Internationalen Afghanistan-Schutztruppen "ISAF" von Deutschland udn Holland an die NATO erklärt Bundesverteidigungsminister Peter Struck, ein Vorauskommando der Bundeswehr solle in Kundus ausloten, ob ein Einsatz deutscher Soldaten in der 250 Kilometer nördlich von Kabul gelegenen Stadt sinnvoll sei. Das Bundeskabinett wolle dann entscheiden, ob deutsche Soldaten nach Kundus entsandt werden sollen. Dazu sei ein neues Mandat der UN notwendig. Struck hält auch eine Beteiligung der Bundeswehr am Wiederaufbau des sIrak für möglich, wenn die UN ein Mandat dafür erteilten.
Rainer Arnold, verteidigungspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, erklärt dazu im Hessischen Rundfunk, die Bundeswehr könne im Irak "logistische Aufgaben" übernehmen, wenn die UNO beim Wiederaufbau eine wichtige Rolle spiele. Dafür müsse die US-Regierung einen "großen Schritt" machen und eine neue Irak-Resolution im Weltsicherheitsrat unterstützen, die die Rolle der UNO im Irak deutlich stärke. Keinesfalls dürfe die Bundeswehr im Irak als Besatzungsarmee auftreten.
In Berlin erklärt die Bundesregierung, derzeit stehe ein Einsatz der Bundeswehr im Irak nicht zur Debatte. Strucks Äußerungen seien "rein hypothetisch".
Der Friedensforscher Ottfried Nassauer vom Institut für Transatlantische Studien glaubt indes nicht an einen Zufall. Strucks Äußerungen und das Lob des US-Präsidenten George W. Bush für den deutschen Einsatz in Afghanistan deuteten darauf hin, dass die US-Regierung deutsche Unterstützungsleistungen im Irak wünsche. Im Hessischen Rundfunk prophezeite Nassauer ein Umschwenken der Bundesregierugn für den Fall, dass es eine maßgebliche Beteiligung der UNO beim Wiederaufbau des Irak geben werde. Hier gehe es indes um Detailarbeit. Im Übrigen vermisste er sowohl in Afghanistan wie auch im Irak ein tragfähiges Konzept für eine friedliche Zukunft.
In London beginnt Lordrichter Brian Hutton die
Aufklärung der Umstände des Todes von David Kelly
mit ersten Vernehmungen. Zunächst sagt seine Freund Terrence Taylor, ebenfalls UN-Waffeninspektor im Irak , aus.
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12.08.2003:
Bei einem Bombenanschlag westlich von Bagdad ist ein US-Soldat ums Leben gekommen, zwei wurden verletzt.
Zuvor war ein US-Militärstützpunkt in der irakischen Stadt Ramadi von sechs heftigen Explosionen erschüttert worden. Auch hätten Unbekannte auf die Armeebasis geschossen, sagte ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur AFP . Demnach stieg nach den Explosionen eine große Rauchsäule von dem Militärkomplex in Ramadi rund 100 Kilometer östlich von Bagdad auf.
Die US-Armee wollte die Explosionen zunächst nicht bestätigen. Ein Sprecher teilte jedoch mit, dass das der Stützpunkt in den vergangenen Nächten mit Mörsergranaten beschossen worden sei.
Russland hat seine Zustimmung zu einem neuen Resolutionsentwurf der US-Regierung zugesagt, der der UNO eine wichtigere Rolle beim Wiederaufbau des Irak sichern soll. ER basiert auf einem 17-Punkte-Programm des UN-Sondergesandten Sergio Vieira de Mello.
Vor dem britischen
Untersuchungsrichter Lord Brian Hutton
sagt der BBC-Reporter Andrew Giligan aus. Er behauptet, der
Waffenexperte David Kelly
habe ihm berichtet, Toni Blairs Kommunikationsdirektor Allister Campbell sei für die Fälschung des Irak-Dossiers verantwortlich gewesen. Darin war die unrichtige Behauptung aufgestellt worden, der Irak sei innerhalb von 45 Minuten in der Lage, mit biologischen Waffen anzugreifen.
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13.08.2003:
In der nordirakischen Stadt Tikrit verhaften US-Truppen einen Stabbschef der Republikanischen Garden Saddam Husseins und einen ehemaligen General.
Der Weltsicherheitsrat in New York hat sich darauf geeinigt, den
provisorischen Regierungsrat des Irak
anzuerkennen. Eine neue Irak-Resolution soll die Rechte der Besatzungsmächte ausweiten und die Rolle der UNO im Irak stärken.
Der Hamburger Rechtsanwalt Armin Fiand legt
Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Marburg
ein. Sie hatte das Verfahren wegen Verfolgung eines Unschuldigen eingestellt. Fiand hatte wegen der
Ermittlungen gegen den Marburger Metzgermeister Franz Becker
Strafanzeige wegen Verfolgung eines Unschuldigen erstattet. Becker hatte sich auf Plakaten kritisch gegenüber der Politik von George W. Bush geäußert. Darin sahen die Staatsanwälte eine "Beleidigung ausländischer Staaten und ihrer Vertreter". Bis jetzt hat aber weder die US-Regierung die dazu notwendige Strafanzeige erstattet noch das Auswärtige Amt dazu positiv Stellung genommen, wie es das Strafgesetzbuch vorschreibt.
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14.08.2003:
Der Weltsicherheitsrat verabschiedet in New York mit 14 Stimmen bei Stimmenthaltung Syriens eine neue, von der US-Regierung vorgelegte, Irak-Resolution. Darin wird der - von den USA und Großbritannien berufene -
25-köpfige provisorische Regierungsrat
als wichtiger Schritt zu einer völkerrechtlich anerkannten Regierung akzeptiert. Die UN-Mission im Irak wird mit einem Mandat für Aktibitäten beim Wiederaufbau ausgestattet. UN-Truppen im Irak sind in der Resolution aber nicht vorgesehen. Die Oberhoheit behalten dort auch nach der neuen Resolution die Besatzungsmächte.
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16.08.2003:
Im Irak ist eine Öl-Pipeline zur Türkei explodiert. Ursache dafür war ein Bombenanschlag. Die Pipeline war erst am Mittwoch (13. August) wieder in Betrieb genommen worden. Ihre Reparatur wird voraussichtlich mehrere Tage dauern.
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17.08.2003:
Erstmals wird im Irak auch ein dänischer Besatzungssoldat getötet. Er gehörte dem Kontingent von 400 dänischen Soldaten an, das in der südirakischen Stadt Basra stationiert ist. Nördlich von Basra befand er sich auf Patroillenfahrt. Er starb - ebenso wie zwei Iraker - bei einem Schusswechsel. Es soll sich bei ihnen um Plünderer gehandelt haben.
Beim Angriff auf das
Abu-Ghraib-Gefängnis
am westlichen Stadtrand von Bagdad werden in der Nacht zum sonntag (17. August) sechs irakische Häftlinge getötet; 58 weitere Personen werden verletzt. Nach Augenzeugenberichten soll auch ein Kameramann der britischen Nachrichtenagentur Reuters getötet worden sein.
In Bagdad explodiert eine Hauptwasserleitung. Bewohner der nördlichen Stadtteile hören am Morgen einen lauten Knall. Eine meterhohe Wasserfontaine schießt aus den Rohren. 300.000 Menschen sind ohne Wasserversorgung. Nach Einschätzung von Experten wird es Stunden dauern, bis das Leck wieder repariert ist.
Im Nordirak explodiert in der Nacht zum Sonntag (17. August) eine Öl-Pipeline. Erst am Freitag (15. August) war ein
Anschlag auf die selbe Pipeline verübt
worden. Erst am Mittwoch (13. August) hatte der Irak die Öl-Ausfuhr über diese Pipeline wieder aufgenommen. Sie hatte eine Kapazität von 200.000 bis 300.000 Barrel. Ihre Zerstörung verursacht einen Schaden von 7 Millionen US-Dollar täglich.
Der Fernsehsender "Al Dschasira" strahlt ein Video aus, auf dem eine irakische Oppositionsgruppe weitere Anschläge udn Sabotageaktionen ankündigt. Schiitische udn sonitische Führer kritisieren diese Aktionen als Zerstörung der Infrastruktur des irakischen Volkes. Gleichzeitig wird Unmut über die Unfähigkeit der US-Besatzer laut, diese Infrastruktur wirkungsvoll zu schützen udn die Versorgung der irakischen Bevölkerung sicherzustellen.
Die Bundesregierung ist bereit, Umwelt-Experten in den Irak zu entsenden. Bundesumweltminister Jürgen Trittin erklärte gegenüber der "Bild am Sonntag", dafür sei ein Mandat der Vereinten Nationen erforderlich. Aufgabe der Umwelt-Experten sei eine Bestandsaufnahme der ökologischen Schäden durch die Herrschaft des Sa am-Regimes, aber auch der Auswirkungen des Einsatzes urangehärteter Munition durch US-Truppen im Golf-Krieg von 1991 sowie durch britische und US-Truppen im Irak-Krieg von 2003. Da würden sich die USA und Großbritannien einige unangenehme Fragen stellen lassen müssen, meinte Trittin.
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18.08.2003:
In der nordirakischen Stadt Tikrit explodiert ein Waffendepot. Nach Berichten des arabischen Fernsehsenders "Al Dschasira" kommen dabei 12 Iraker ums Leben. Die Explosion sei während einer Razzia von US-Truppen erfolgt. Das US-Oberkommando hat sich zu dem Vorfall bislang noch nicht geäußert.
Der Fernsesender CNN berichtet, US-Soldaten hätten einen 43-jährigen
Kameramann der britischen Nachrichtenagentur Reuters
am Sonntag (17. August) versehentlich erschossen. Sie hätten seine Kamera für einen Granatwerfer gehalten. Die letzten Bilder zeigen zwei US-Panzer, die auf die Kamera zurollen. Dann sind sechs Schüsse zu hören; das Bild wackelt; die Kamera fällt zu Boden. Der gebürtige Palästinenser Mazen Dana wurde getötet, als er das
Abu-Ghraib-Gefängnis
filmen wollte. Das Hochsicherheitsgefängnis im Westen der irakischen Hauptstadt Bagdad war in der Nacht zum Sonntag (17. August) Ziel eines Angriffs gewesen. In den vergangenen Monaten war es dort bereits mehrfach zu Anschlägen gekommen.
Mazen Dana ist bereits der 17. Journalist, der seit
Kriegsbeginn am 20. März
im Irak ums Leben gekommen ist. Bereits
am 8. April war ein Reuters-Kameramann in Bagdad getötet worden. Der Ukrainer Taras Protsyuk starb in dem von Journalisten bewohnten Hotel "Palestine", das ebenfalls grundlos von einem US-Panzer beschossen wurde.
Die US-Truppen melden die Verhaftung des ehemaligen Vize-Ministerpräsidenten Taha Jassin Ramadan . Der Stellvertreter Saddam Husseins war den US-Truppen am Sonntag (17. August) in der nordirakischen Stadt Mossul von Vertretern der kurdischen Organisation PUK übergeben worden.
Nach einem Gespräch des japanischen Ministerpräsidenten Junichiro Koizumi mit Bundeskanzler Gerhard Schröder in Berlin betonen beide eine weitreichende Übereinstimmung in der Bewertung der internationalen Krisen. Alle Völker müssten ein Interesse am Wiederaufbau des Irak haben, betonen beide.
Die Bundesrepublik will ein Kontingent von 5.000 Soldaten zu der neuen NATO-Eingreiftruppe beisteuern. Insgesamt 20.000 Mann sollen innerhalb weniger Tage weltweit einsetzbar sein. Über die genaue Konzeption und Struktur der Truppe entscheidet eine gemeinsame Arbeitsgruppe des Bündnisses.
Vor dem
Kelly-Untersuchungsausschuss
in London beteuert Blairs Kommunikationsdirektor Allister Campbell, er habe keinen Einfluss auf das Irak-Dossier genommen, von dem die BBC behauptet hatte, es sei aufgebauscht worden. Die Behauptung, das Saddam-Regime sei in der Lage, innerhalb von 45 Minuten mit Biowaffen anzugreifen, stamme vom Geheimdienst. Der sei auch ausschließlich für den Inhalt des Dossiers verantwortlich gewesen.
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19.08.2003:
Eine irakische Tageszeitung veröffentlicht den Drohbrief einer bisher unbekannten bewaffneten Gruppe. Diese "M6auml;nner des Widerstands" kündigen darin Anschläge auf Besatzungstruppen, Juden, Geschäftsleute und Ausländer an. Ihr Ziel seien auch Paläste und Gästehäuser der früheren irakischen Regierung. Dort residieren jetzt US-Dienststellen und Einrichtungen des
provisorischen Regierungsrats.
Eine Autobombe sprengt am Nachmittag das Büro des UN-Sonderbeauftragten Sergio Vieira de Mello in Bagdad in die Luft. De Mello und weitere 20 UN-Mitarbeiter sterben. 100 Personen werden verletzt. Unter ihnen befindet sich auch Benon Sevan. Der Leiter des UN-Programms "Öl für Lebensmittel" hielt gerade eine Pressekonferenz ab. Das UN-Büro im ehemaligen Hotel Canal am Rande der Bagdader Innenstadt ist völlig zerstört. In einem Umkreis von 2 Kilometern gehen Scheiben zu bruch. "Die Explosion ereignete sich unmittelbar unter de Mellos Fenster. Er war wohl das Ziel des Anschlags", sagte UNO-Sprecher Salim Lone der British Broadcastin corporation (BBC). "Sein Büro und die angrenzenden Büros existieren nicht mehr. Es war eine sehr große Bombe."
Den 55jährigen Brasilianer hatte UN-Generalsekretär Kofi Annan im Mai zum Irak-Beauftragten ernannt. Zuvor war er Menschenrechtskommissar der Vereinten Nationen gewesen.
Als erste Reaktion auf den Bombenanschlag auf das UN-Büro erklärt UN-Generalsekretär Kofi Anan in Stockholm, die Vereinten Nationen würden die UN-Mission fortsetzen.
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20.08.2003:
UN-Generalsekretär Kofi Anan dementiert Berichte der französichen Nachrichtenagentur Agence France Press (AFP), nach dem
Attentat auf die UN-Vertretung in Bagdad
wolle die UNO ihre ausländischen Mitarbeiter aus dem Irak abziehen. Bei dem Anschlag waren 24 Menschen getötet und 100 verletzt worden, darunter auch der US-Sondergesandte Sergio de Mello. Anan erklärt ebenso wie der syrische Vorsitzende des Weltsicherheitsrates Faissal Mekdad, die UNO werde ihre Arbeit im Irak fortsetzen. Lediglich die Verletzten würden nach Jordanien ausgeflogen, um dort medizinisch behandelt zu werden.
Anan kritisiert die US-Verwaltung, sie habe zuwenig für die Sicherheit im Irak getan. Sichere Zustände seien jedoch Voraussetzung für einen systematischen Wiederaufbau des Landes.
Dr. Ahmad Chalabi berichtet, die US-Verwaltunghabe bereits drei Tage vor dem Anschlag Hinweise auf ein geplantes Attentat auf das Bagdader UN-Gebäude erhalten. Drahtzieher seien ehemalige Militärs und Geheimdienstoffiziere des Saddam-Regimes sowie religiäse Fundamentalisten. Chalabi ist Mitglied des
provisorischen Regierungsrats des Irak.
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21.08.2003:
180 Kilometer nördlich von Bagdad wird in der Nacht zum Donnerstag (21. August) ein US-Militärkonvoi angegriffen. Ein US-Soldat wird durch einen selbstgebastelten Sprengsatz getötet; zwei weitere werden verletzt.
US-Truppen im Irak haben nach eigenen Angaben den als "Chemie-Ali" bekannten Cousin des gestürzten irakischen Staatschefs Saddam Hussein gefangengenommen. Ali Hassan el Madschid wird beschuldigt, während des irakisch-iranischen Krieges zwischen 1980 und 1988 mehr als 100.000 Kurden ermordet zu haben. Er sei verantwortlich für den Giftgasangriff auf Halabdscha . Allein dabei seien mehr als 5.000 Menschen getötet worden.
Eine bislang nicht bekannte Gruppe, die sich "Bewaffnete Vorhut der 2. Armee Mohammeds" nennt, übernimmt im Fernsehsender "El Arabia" die Verantwortung für das
Attentat auf das UN-Gebäude in Bagdad. In ihrem Bekennerschreiben kündigt sie weitere Anschläge an. Ziel seien Ausländer.
Die Weltbank zieht ihre Mitarbeiter aus dem Irak ab. Die Organisation hatte in dem UN-Gebäude im ehemaligen Hotel "Canal" residiert, auf das Unbekannte am Dienstag (19. August) einen Anschlag verübt hatten.
Elias Birdl, Vorsitzender des Notärzte-Komittees "Kap a Namur" erklärt im Hessischen Rundfunk, seine Organisation fürchte - ebenso wie andere Hilfsorganisationen im Irak - ausländerfeindliche Übergriffe. Hätten Deutsche im Irak bislang noch Respekt wegen der kriegskritischen Haltung der Schröder-Regierung genossen, so verstärkten sich in der irakischen Bevölkerung zunehmend Ressentiments gegen alle Ausländer. Dennoch wolle seine Organisation vorläufig dort bleiben und ihre Arbeit fortsetzen.
Die Kritik von UN-Generalsekretär Kofi Anan an der US-Zivilverwaltung, sie habe
zuwenig für die Sicherheit im Irak getan, weist US-Verteidigungsminister donald L. Rumsfeld zurück. Ein Land von der Größe des US-bundesstaats California könne durch die Besatzungstruppen nicht vollständig geschützt werden.
In New York tritt der Weltsicherheitsrat zusammen. Thema ist die Lage im Irak nach dem Attentat auf die Un-Vertretung in Bagdad. Eigentlich hatte die Terminplanung "100 Tage seit Ende des Irak-Krieges" vorgesehen. Die US-Regierung möchte mit einer neuen Resolution zusätzliche Länder für ein Engagement im Irak gewinnen.
Die US-Regierung legt einen Sicherheitsbericht zum Irak vor. Darin erklärt sie den Terrorismus zum größten Problem des Landes. In Bagdad befinde sich eine Terrorzelle im Aufbau, die Verbindungen zum Al-Quaida-Netzwerk unterhalte. Bewaffnete Kämpfer sickerten aus Syrien und dem Iran über die Grenze. US-Verteidigungsminister Donald L. Rumsfeld warf den Regierungen dieser beiden Länder vor, nicht genug gegen den Terrorismus zu unternehmen.
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22.08.2003:
Bei einem Angriff auf US-Truppen im Irak werden zwei Soldaten getötet. Damit sind seit dem
offiziell verkündeten Kriegsende am 1. Mai
insgesamt 65 US-Soldaten ums Leben gekommen.
Die polnische Regierung einigt sich mit der USA auf eine Verkleinerung des Einsatzgebietes polnischer Truppen im Irak. In demjenigen Bereich des polnischen Sektors südlich der irakischen Hauptstadt Bagdad, wo die Sicherheitslage nach mehreren Attentaten eher kritisch ist, übernehmen US-Truppen die militärische Kontrolle. Die polnischen Truppen kontrollieren weiterhin den Rest des polnischen Sektors, wo bislang keine Anschläge stattgefunden haben.
Auf dem Flughafen von Bagdad nehmen UN-Diplomaten Abschied von Sergio Vieira de Mello. der 55-jährige Brasilianer, der am Dienstag (19. August) beim
Anschlag auf das UN-GebäUde in Bagdad
getötet wurde, wird anschließend in sein Heimatland ausgeflogen.
UN-Generalsekretär Kofi Anan ernennt Ramiro Lopes da Silva zum neuen Sonderbeauftragten der Vereinten Nationen für den Wiederaufbau des Irak. Der 54-jährige Portugiese tritt die Nachfolge von Sergio Vieira de Mello an, der beim Anschlag auf das UN-Verwaltungsgebäude in Bagdad getötet wurde. Bei dem Attentat war Lopes da Silva verletzt worden. Seit Juni 2002 ist er UN-Koordinator für humanitäre Hilfe in Irak. Er steht seit 1985 im Dienst der Vereinten Nationen.
In New York trifft sich UN-Generalsekretär Kofi Anan mit dem britischen Außenminister Jack Straw. Thema ist die Situation im Irak nach dem Bombenanschlag auf das UN-GeBäude. Straw spricht sich für eine neue UN-Resolution und die Einbindung weiterer Staaten in den Wiederaufbau des Landes aus. Als Gegenleistung verspricht er ihnen allerdings nur sichere Verhältnisse im Irak. Daran müssten sie doch alle ein starkes Interesse haben. Notwendig sei aber eine klare Kommandostruktur, wie sie durch die Führung der USA gewährleistet sei.
In Berlin herrscht Empörung über eine Äußerung des CDU-Europa-Abgeordneten Elmar Brock. Er hatte den geplanten Einsatz von Bundeswehrsoldaten in der nordafghanischen Stadt Kundus mit der Bemerkung kommentiert, die Bundesregierung wolle wohl das - wegen ihrer Weigerung an einer Teilnahme beim Irak-Krieg - schlechte Verhältnis zur US-Regierung verbessern, indem sie dafür mit dem Blut deutscher Soldaten bezahle.
Nach der
US-amerikanischen
und der
britischen Regierung
gerät jetzt auch die australische Regierung wegen ihrer Behauptungen zu Massenvernichtungswaffen in Irak unter Druck. Vor einem Untersuchungsausschuss des australischen Parlaments erklärt ein hochrangiger Regierungsmitarbeiter in Canberra, Geheimdienstberichte seien manipuliert worden, um mit unbewiesenen Behauptungen über angebliche Massenvernichtungswaffen eine Teilnahme Australiens am Irak-Krieg zu rechtfertigen.
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23.08.2003:
Wieder kommt es zu einem Angriff auf Besatzungstruppen im Irak. In Basra wird ein britisches Militärfahrzeug beschossen. Drei Soldaten sterben; ein vierter wird verletzt. Ihr offener Jeep ist nach Augenzeugenberichten aus einem anderen Fahrzeug heraus beschossen worden. Dann kam es zu einer Kollision beider Fahrzeuge.
Die britische Regierung evakuiert ihre Botschaft in Bagdad. Es gebe
ernsthafte Hinweise auf ein Attentat, heißt es zur Begründung aus dem britischen Außenministerium.
Auf einem Luftwaffenstützpunkt in den Vereinigten STaaten erklärt US-Präsident George W. Bush, der Kampf im Irak sei noch nicht zu Ende. Er spricht sich für eine Beteiligung weiterer Staaten beim Wideraufbau des Irak auch mit Truppenkontingenten aus. Auch die UNO solle dabei eine stärkere rolle spielen. Auf Fragen nach einer neuen UN-Resolution antwortet Bush ausweichend.
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24.08.2003:
In Faluja wird ein Attentat auf einen Schiitenführer verübt. Drei seiner Begleiter werden dabei ermordet.
Nach einem Bericht des irakischen Fernsehens soll ein UN-Mitarbeiter Informationen über das Verwaltungsgebäude in Bagdad weitergegeben haben, die dann für den
Anschlag vom 19. August
benutzt worden seien. So habe er Baupläne weitergegeben und Hinweise auf die genaue Lage des Büros von Sergio Fieira de Mello innerhalb des Gebäudekomplexes gegeben. Das irakische Fernsehen wird von der US-Zivilverwaltung kontrolliert.
Nach einem Bericht der "Washington Post" heuert die US-Verwaltung im Irak ehemalige Geheimagenten des Saddam-Regimes an. Ein entsprechendes Ausbildungsprogramm für sie sei bereits angelaufen. Sie sollen Hinweise auf Gegner der US-Besatzung und auf mögliche Attentate liefern. Nach vermehrten Angriffen auf US-Soldaten und Anschlägen auf Einrichtungen im Irak sei das Programm beschleunigt worden.
US-Generalstabchef Richard Myers schließt eine Mobilmachung nicht mehr aus. Dadurch könnte das Truppenkontingent im Irak erhöht werden.
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25.08.2003:
Meldungen besagen, dass Terror-Netzwerk "El Quaida" habe die Verantwortung für den
Anschlag auf das UN-Verwaltungsgebäude in Bagdad
am Dienstag (19. August) übernommen. Inwieweit diese Urheberschaft authentisch ist, bleibt fraglich.
Nach einem Bericht der New York Times will die US-Verwaltung 28.000 Iraker für den Polizeidienst anheuern. In achtwöchigen Intensivkursen sollen sie in einer ( -Kaserne in Ungarn auf ihre neue Aufgabe vorbereitet werden. Im Irak bestünden nicht genügend Ausbildungskapazitäten. Nach Abschluss der Maßnahme stünden im Irak rund 64.000 Polizisten in Dienst. Die US-Verwaltung hofft, damit genügend Sicherheit gewährleisten zu können. Zur Zeit des Saddam-Regimes gab es allein in Bagdad rund 30.000 Polizisten.
In Washington wird ein Untersuchungsbericht veröffentlicht, der der Bus-Regierung Einflussnahme und Zensur auf wissenschaftliche Einrichtungen vorwirft. Ihr unliebsame Forschungsergebnisse seien zensiert oder abgeändert worden. Die Regierung habe auch die Internetseiten wissenschaftlicher einrichtungen zensiert.
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26.08.2003:
Wieder wird ein US-Soldat bei einem Anschlag in der irakischen Hauptstadt Bagdad getötet. Unbekannte hatten einen Militärkonvoi angegriffen. Damit sind im Irak mehr US-Soldaten nach dem
offiziell verkündeten Kriegsende am 1. Mai
ums Leben gekommen als während der Kampfhandlungen. Insgesamt sind seit
Kriegsbeginn am 20. März
nach Angaben des US-Zentralkommandos 277 US-Soldaten im Irak gestorben. 139 davon haben ihr Leben nach dem 1. Mai verloren. 63 GIs wurden bei Angriffen getötet. Die anderen starben bei Unfällen, an Krankheiten oder durch Suizid.
Vor dem
Kelly-Untersuchungsausschuss
in London sagt der Geheimdienstkoordinator John Scarlet aus. Er habe die unbeweisbare Behauptung, der Irak könne innerhalb von 45 Minuten mit Bio-Waffen angreifen, selbst in den umstrittenen Geheimdienstbericht hineingebracht, da er sie für wichtig gehalten habe. Dabei habe ihn niemand unter Druck gesetzt. Er habe sich hier auf die Aussage eines einzelnen Informanten verlassen, der als zuverlässig galt. Auch hätten keine anderen Tatsachen diese Behauptung widerlegt.
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27.08.2003:
Die Öl-Einnahmen des Irak werden nach Einschätzung des US-Zivilverwalters Paul Bremer nicht ausreichen, um den Wiederaufbau des Landes zu finanzieren. Er erwartet dafür Kosten in zweistelliger Milliardenhöhe. Allein die Instandsetzung der Trinkwasserversorgung werde voraussichtlich 16 Milliarden Dollar verschlingen. Selbst wenn die Erdölförderung wieder das Vorkriegsniveau erreiche, würden die Erträge aus den Ölverkäufen nicht ausreichen, diese Summe zu begleichen.
Angriffe auf UN-Personal
nun Kriegsverbrechen. Über diese Regelung war im UN-Sicherheitsrat bereits seit April debattiert worden. Die US-Regierung hatte mit ihrem Veto gedroht, solange eine Verfolgung dieser Verbrechen vor dem internationalen Strafgerichtshof in Den Haag im Resolutionstext verankert war. Da die USA das Kriegsverbrechertribunal ablehnt, wurden alle Hinweise auf den Strafgerichtshof aus dem Text entfernt. So kam es schließlich zur einstimmigen Verabschiedung der Resolution. UN-Generalsekretär Kofi Anan äußerte sich anschließend zufrieden: Die Resolution wirke dem Eindruck entgegen, internationale Helfer seien "risikolose Ziele".
Vor dem
Kelly-Untersuchungsausschuss
in London sagt der britische Außenminister Geoffrey Hoon aus, sein Ministerium habe den Namen des
Biowaffen-Experten David Kelly
der Öffentlichkeit preisgegeben, um den Ruf der Regierung zu schützen. Die Strategie für das Vorgehen in dieser Angelegenheit habe das Büro des Premierministers bestimmt.
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28.08.2003:
Vor dem
Kelly-Untersuchungsausschuss
sagt der britische Premierminister Toni Blair aus. Er übernimmt die Verantwortung für die Bekantgabe des Namens von David Kelly als Informationsquelle für den BBC-Bericht über das angeblich aufgebauschte Irak-Dossier.
Am selben Abend fällt in den südlichen Stadtteilen Londons und der angrenzenden Grafschaft Kent für eine gute halbe Stunde der Strom aus. 500.000 Pendler müssen ihren Heimweg bei ströendem Regen zu Fuß oder per Anhalter antreten. Gegen die Medienberichte von dieser "britischen Solidaritätsaktion mit den USA" verblasst der Informationswert von Blairs Aussage vor dem Untersuchungsausschuss.
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29.08.2003:
Vor der Immam-Ali-Moschee in Najaf explodiert eine Autobombe. Mindestens 75 Menschen werden getötet, weitere 200 verletzt. Uunter den Todesopfern befindet sich auch der
Schiitenführer Mohammed Bakr al Hakim. Er war Vorsitzender des Hohen Rates für die islamische Revolution im Irak.
Der Sprengkörper explodierte genau in dem Moment, als das Freitagsgebet zu Ende war und die Besucher aus der Moschee herauskamen. Der geziegelte Eingang stürzte auf sie hernieder. Die Wucht der Detonation schleuderte mehrere Autos vor der Moschee meterweit durch die Gegend.
Ahmad Chalabi
vermutet Anhänger oder ehemalige Geheimdienstoffiziere des gestürzten irakischen Präsidenten Saddam Hussein als Drahtzieher des Anschlags. Hakim war wegen seiner moderaten Haltung gegenüber der USA aber auch von extremistischen Muslim-Gruppen bedroht worden. Für die Schiiten stellt die nach dem Begründer ihrer Denomination benannte Immam-Ali-Moschee aber nach der Kaba in Mekka das zweithöchste Heiligtum dar. Hakim war ein direkter Nachfahre Alis. Bereits am Sonntag (24. August) war ein
Attentat auf seinen Onkel verübt
worden.
Nördlich von Bagdad wird ein US-Militärkonvoi mit Granaten angegriffen. Ein Soldat kommt ums Leben; drei weitere werden verletzt.
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30.08.2003:
Nach dem
Attentat auf Mohammed Bakr al Hakim
hat die irakische Polizei 19 Verdächtige festgenommen. Sie alle stammen nicht aus Najaf. Zwei der Verhafteten kommen nach Polizeiangaben aus Saudi-Arabien. Sie hätten Verbindungen zum Terror-Netzwerk El Quaida. Die Tat, bei der neben dem Schiitenführer weitere 122 Personen getötet worden sind, hätten sie gestanden
.
Bei dem Anschlag auf Hakim ist nach Polizeiangaben der selbe Sprengstoff verwendet worden wie bei dem
Attentat auf das UN-Gebäude in Bagdad
am Dienstag (19. August) und beim
Anschlag auf die jordanische Botschaft
am Donnerstag (7. August).
Tausende zogen am Samstag durch Najaf und forderten Rache für den Tod Hakims.
UN- Generalsekretär Kofi Anan verurteilt den Anschlag auf Hakim und erklärt den Hinterbliebenen sein Beileid.
Nach der Attentatswelle im Irak ziehen die Vereinten Nationen weitere Mitarbeiter aus dem Land ab. Von ursprünglich 400 Helfern sollen nur noch 50 im Irak bleiben.
Grünen-Vorsitzende Angelika Behr und die rüstungspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Wohlleben sprechen sich für einen Einsatz von Bundeswehr-Soldaten im Irak aus. Voraussetzung dafür sei allerdigs ein Mandat der Vereinten Nationen.
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31.08.2003:
Der Gouverneur der irakischen Stadt Najaf dementiert Angaben zu den
19 am Vortag verhafteten Verdächtigen. Sie alle seien irakische Staatsbürger. Es handele sich bei ihnen um Mitarbeiter des Geheimdiensts von Saddam Hussein.
In Bagdad wird der
bei einem Attentat getötete Mohammed Bakr al Hakim
aufgebahrt. Zehntausende nehmen Abschied von dem Schiitenführer.
Die US-Besatzungsverwaltung im Irak beginnt mit der Aufstellung einer paramilitärischen Truppe. Sie soll mehrere 10.000 Mann umfassen. Die Zivilverwaltung hat nach US-Zeitungsberichten bereits damit begonnen, Bewerber auf ihre Verstrickung in das Saddam-Regime hin zu überprüfen. Außerdem will die Bush-Regierung die Truppenstärke der US-Army im Irak erhöhen. Ein Nachtragshaushalt zur Begleichung der Kriegskosten soll mehrere 10 Milliarden US-Dollar ausmachen.
Wegen der angespannten Sicherheitslage im Irak zieht die UNO weitere Mitarbeiter ab. Nur mehr ein Dutzend UN-Bedienstete sollen im Irak bleiben. Die UN-Mitarbeiter aus Basra verlassen das Land, um ihre Arbeit künftig von Kauwait aus zu leisten.
Mehrere Politiker der demokratischen Partei Amerikas werfen George W. Bush vor, er habe im Irak versagt. Sie fordern ihn auf, die UNO stärker in den Wiederaufbau und die Verwaltung des Irak einbeziehen.
Der russische Präsident Vladimir Putin schlägteine Entsendung von UN-Blauhelmen in den Irak vor. Von Truppen unter UN-Kommando erwartet er eine Verbesserung der Sicherheitslage im Irak.
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