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Franz-Josef Hanke:

Wie sag ichïs meinem Kinde?


Einige Gedanken zur Informationspolitik nach dem 11. September 2001


Seltsame Dinge geschehen seit dem 11. September nicht nur in Amerika, sondern auch in deutchen Landen: Da analysiert ein Bundesinstitut eine Probe und kommt zweimal zu dem Schluss, dass es sich bei dem vorliegenden Material um Milzbranderreger handelt; dann untersucht das Robert-Koch-Institut noch einmal in großer Hektik die gleiche Probe und kommt genau zum gegenteiligen Ergebnis. Und zweimal positiv getesteter Milzbrand aus Norddeutschland löst sich plötzlich in den Geburtstagspaß eines kunstbeflissenen Spinners auf! Derweil tagt - bis in den späten Abend hinein - ein Krisenstab und beruhigt die Öffentlichkeit mit der Einschätzung, es bestehe keine größere Gefahr. Sollen wir das wirklich glauben?
Nur keine Panik! Eine "hysterische Gesellschaft", wie sie Marburger Wissenschaftler schon ausgemacht haben, würde skrupellosen Terroristen zielgenau in die Hände spielen. Aber unglaubwürdige Beschwichtigungsparolen und Beruhigungspillen ind Form bitterer Anti-Terror-Pakete zweifellos auch!
Angenommen, die Terroristen verfolgen ohne Rücksicht auf Menschenleben eine perfide Strategie und wollen die Infrastruktur der westlichen Wirtschaftsmächte stören, lahmlegen oder gar ausschalten; dann wäre nach dem Einbruch beim Flugverkehr und berechtigter Furcht beim Öffnen der Briefpost zur Zeit nur noch die elektronische Nachrichtenübermittlung ungefährlich. Aber vielleicht war der Viruswurm "Nimda" ja schon ein erster Anschlag, dem - wie beim weniger patogenen Haut-Milzbrand der gefährlichere Lungen-mIlzbrand - ein wesentlich wirksamerer zweiter Angriff folgt.
Das alles ist reine Spekulation. Vielleicht wurde die israelische Maschine über dem Schwarzen Meer ja wirklich versehentlich abgeschossen, war die Chemiekatastrophe in Toulouse ja tatsächlich die Folge unverantwortlicher Schlamperei des Managements, habt auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol ja wirklich nur eine "harmlose" Schießerei stattgefunden. Nichts ist unmöglich. Der weise Satz des französischen Philosophen René Descartes gilt gerade auch für die heutige Zeit: "Ich weiß, das ich nichts weiß."


Franz-Josef Hanke lebt und arbeitet als Freier Journalist in Marburg. Er ist Vorsitzender des HU-Ortsverbands Marburg und stellvertretender Vorsitzender der Bundeskommission Freie und Selbstständige in der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di).

Weitere Texte des Autors zum Thema:


  1. Wahnsinn: Keine Überreaktionen (11.09.2001)
  2. Traurige Besinnung: Kondolenzbuch im Kreishaus (12.09.2001)
  3. Kreuzzug: Bedrohung des Weltfriedens? (17.09.2001)
  4. Hysterie: Nicht jeder Muslim ist ein "Sleeper" (19.09.2001)
  5. Dem Terror entgegentreten

Übersicht der Diskussionsbeiträge anderer Autoren

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